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Achalziche – Die Festung Rabati in Süd-GeorgienVIDEO POST 

Die Festung Rabati mit der Drohne aufgenommen
Die Festung Rabati mit der Drohne aufgenommen
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Der Titel Sagt es bereits schon, dass ich von meinem Besuch in Achalziche [Akhaltsikhe] mit seiner Festung oder Burg begeistert war. Die heutige Festung / Burg Rabati ist wunderschön, jedoch eine geschichtliche Mogelpackung und eine gute Trickserei für den Tourismus. Achalziche wurde im 12. Jahrhundert das erste Mal unter dem Namen Lomisa erwähnt. Im 16. Jahrhundert wurde Achalziche vom Osmanischen Reich erobert (Achalziche nur knapp 20km von der Türkischen Grenze entfernt) und 1628 das Zentrum der türkischen Provinz Achalziche. 1828 wurde Achalziche dann von den Russen erobert und bis auf weiteres verteidigt. Heute ist die Burg Rabati eine echte Sehenswürdigkeit, die sich kein Besucher Georgiens entgehen lassen sollte.

Anreise nach Achalziche

Heißes Auto ...

Heißes Auto in Akhaltsikhe gesehen

Ich kam mit dem Maschrutka (Minibus) von Kutaisi nach Achalziche [Akhaltsikhe] und die Fahrt dauert ca. vier Stunden. In Kutaissi beginnt die Fahrt am Busbahnhof und geht über Borjomi nach Achalziche. Wer früh morgens in Kutaissi losfährt kann in Borjomi einen Zwischenstopp einlegen und an der Quelle Borjomi vorbeischauen. Aus Tiflis kannst du genauso mit dem Maschrutka anreisen und diese Fahrt dauert ca. drei Stunden und kostet 10 GEL [€ 3,05 | Stand 2019], denn dies war mein Fahrpreis von Achalziche nach Tiflis.

  • Maschrutka von Kutaisi nach Borjomi 10 GEL [€ 3,05 | Stand 2019], denke das kostet es auch bis nach Achalziche durch
  • Maschrutka von Borjomi nach Achalziche [Akhaltsikhe] 7 GEL [€ 2,14 | Stand 2019]

Wenn du in Achalziche am Busbahnhof ankommst, dann warten dort schon einige Taxen und wer keine Lust hat zur Unterkunft zu laufen, der nimmt halt ein Taxi für ca. 2 GEL [€ 0,61 | Stand 2019]. Der Taxifahrer wird dich dann auch fragen, ob er dich nach Vardzia zu den Höhlenklöstern fahren darf, aber dazu später noch etwas mehr.

Zwischenstopp in Borjomi auf dem Weg nach Achalziche

An der Quelle des Borjomi Mineralwassers - Prost

An der Quelle des Borjomi Mineralwassers – Prost

Seitdem ich in Georgien bin trinke ich das Mineralwasser „Borjomi“ und jetzt fahre ich doch nicht sang und klanglos an der Quelle vorbei. Wer nach Achalziche [Akhaltsikhe]möchte, der kommt zwangsweise durch Borjomi und sollte hier zu mindestens einen Zwischenstopp einlegen. Ich nehme es vorweg, Borjomi ist es wert länger zu besuchen, denn der Nationalpark Borjomi beginnt direkt an der Stadtgrenze und ist bestimmt auch wunderschön. Bei meiner nächsten Reise nach Georgien werde ich hier einen längeren Zwischenstopp einlegen und die Gegend erkunden. Für dieses Mal schaue ich nur an der Quelle des Mineralwassers vorbei und fahre dann mit dem Maschrutka weiter nach Achalziche.
In Borjomi hält das Maschrutka zweimal, wenn du die Touristeninformation auf der Seite des Flusses siehst, dann steige aus, ansonsten an der nächsten Haltestelle und laufe ca. 500 Meter zurück. Das musste ich machen, da ich kein Plan hatte wo ich aussteigen musste. Über eine alte eiserne Autobrücke geht es dann auf die andere Seite und dann am Bahnhof links halten. Nach ca. eineinhalb Kilometern kommt dann der Park mit der Quelle. Hier startet auch die Seilbahn, jedoch bin ich nicht mit ihr gefahren. Am Kassenhäuschen habe ich mir eine Eintrittskarte für 2 GEL [€ 0,61 | Stand 2019] gekauft und bin dann noch maximal 200 Meter bis zur Quelle gelaufen. Hier habe ich dann das Wasser direkt aus der Quelle genossen und muss sagen, dass es richtig zum kotzen geschmeckt hat. Sorry, aber es war wirklich schlimm und ich habe nicht verstehen können, dass die Georgier hier ihre Literflaschen damit abfüllen lassen. Da trinke ich lieber das normale und behandelte „Borjomi Mineralwasser“ aus der Flasche. Nach dieser unleckeren Wasserprobe habe ich noch ein leckeres Fladenbrot mit Dönerfleisch im Park gegenüber dem Bahnhof an einem kleinen Stand genossen, bevor es mit dem Maschrutka weiter nach Achalziche [Akhaltsikhe] ging.

Die Kleinstadt Achalziche / Akhaltsikhe

Denkmal der Königin Tamar vor der Amaghleba-Kirche in Achalziche

Denkmal der Königin Tamar vor der Amaghleba-Kirche in Achalziche

Die Kleinstadt Achalziche ist jetzt nichts Besonderes und ganz ehrlich gibt es nichts zu sehen. Selbst Restaurants suchte ich vergebens und wurde erst unterhalb der Burg Rabati fündig. Hier gab es auch einen kleinen Laden in dem man Weine probieren kann und der Besuch war auch sehr lustig und lecker. Auch wenn die Stadt selber nichts zu bieten hat, so ist der Besuch der Burg Rabati und der Aufenthalt in Achalziche lohnenswert.

Achalziche Burg Rabati (Festung)

Die Festung Rabati zum Sonnenuntergang

Die Festung Rabati zum Sonnenuntergang in Akhaltsikhe

In Achalziche steht eine Festung, denn sie ist definitiv zu groß für eine Burg. Die Festung Rabati (oder auch Rabat) liegt direkt neben dem Fluss Pozchowiszqali an einem Hang und es geht schon ein paar Meter hoch, wenn man aus der Stadt kommt. Ich muss schon zugeben, dass die Festung Rabati eine Wucht ist und ich sie nicht missen möchte auf meiner kleinen Reiseroute durch Georgien!
Heute ist die Festung Rabati ein echter kulturhistorischer Komplex auf dem sieben Hektar großen Areal. Die Festung ist in zwei Teile unterteilt, im unteren modernen Teil befinden sich Geschäfte, Cafés, ein Restaurant und ein Hotel und im oberen Teil das Historische inklusiv dem Samtskhe-Javakheti Museum. Der obere Teil der Festung Rabati besteht aus der Akhmediye-Moschee (18. Jahrhundert), einer orthodoxen Kirche (19. Jahrhundert), dem Djakeli-Familien-Palast und dem Geschichtsmuseum der Region Samzche-Dschawacheti. Die Exposition des Samtskhe-Javakheti Museum zeigen die alte Geschichte Südgeorgiens.

Die grandiose Aussicht von der Festung Burg Rabati

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Von der Festung Rabati hast du traumhafte Aussichten über die Festung selbst und über die Stadt Achalziche. Über die Mauern erreichst du die Türme und von hier aus geht es weiter über Wendeltreppen auf die Aussichtpunkte der Festung. Von jedem Turm hast du eine wunderbare Aussicht über die Festungsanlage und der Umgebung. Ich wette, dass du diese Aussicht nicht mehr vergessen wirst, denn ich fand sie spektakulär.

Die kleine Mogelpackung und die Tricksereien des Michail Saakaschwili

Die Festung Rabati mit der Drohne aufgenommen

Die Festung Rabati mit der Drohne aufgenommen

Der Ex-Präsident Michail Saakaschwili ist ein sehr umstrittener Präsident und sein Leben in Georgien und jetzt in der Ukraine ist schon politisch schillernd. Nach seiner Flucht aus Georgien wurde er Staatsbürger und Provinzgouverneur in der Ukraine. Anschließend ließ er sich als Präsidentschaftskandidat der Ukraine aufstellen.
Wie du siehst ist Saakaschwili etwas anders getaktet und hat so seine eigenen Ideen, was aber jetzt für Achalziche nicht so schlecht ist, denn die Einwohner Achalziches haben heute eine klasse Touristenattraktion. Saakaschwili plante 2010 die Festung Rabati komplett zu restaurieren und das mal so richtig. Die Renovierung war auf nicht nur wegen Denkmalschutzbedenken umstritten, sondern auch wegen ihrer dubiosen Finanzierung, die aus dem Budget der Polizei kam. Historisch nahm man es nicht so genau, denn die Moschee erhielt ein goldenes Dach und irgendwie finden sich plötzlich zeitgleich alle Religionen in der Anlage, was so nicht ganz richtig ist. Diese Religionen waren zwar alle hier einst mal vertreten, aber nicht zur gleichen Zeit. Im Endeffekt spielt es jetzt nicht mehr ganz so die Rolle, denn die Tricksereien des Michail Saakaschwili ging auf und er machte Achalziche und die Festung Rabati zu einem Besuchermagnet. Die Restaurierung war übrigens schon 2012 abgeschlossen, was wirklich eine Leistung war.

Das Samtskhe-Javakheti Museum in der Festung Rabati

Die Festung Rabati mit der Drohne aufgenommen

Die Festung Rabati mit der Drohne aufgenommen [Akhaltsikhe]

Das Samtskhe-Javakheti Museum befindet sich im hinteren Teil der Festung Rabati. Es wurde 1923 als Archivmuseum eingerichtet und 1937 zum Heimatmuseum umgewandelt. Die reiche Sammlung des Museums spiegelt die einzigartigen Eigenschaften der Region an der georgischen Grenze wieder. Im Museum findest du mehr als 25.000 alte Manuskripte, epigraphisches und ethnographisches Material, Fotodokumente und Drucksachen. Des Weiteren gibt es viele Ausstellungsstücke gewebter Teppichen. Mehr Informationen findest du auf der Webseite des Samtskhe-Javakheti Museum. Der Eintritt zum Museum kostet 3 GEL [€ 0,92 | Stand 2019] und es ist von Dienstags bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet (letzter Einlass 17.30 Uhr).

Eintritt und Öffnungszeiten der Burg Rabati

Die Festung Rabati ist praktisch in zwei Teile unterteilt. Im unteren Teil findest du ein Café und ein Restaurant. Dieser Teil ist frei zugänglich und du kannst hier auch auf die dort stehenden Türme.
Der obere historische Teil kostet 6 GEL [€ 1,83 | Stand 2019]. Dieser Teil hat von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Um 22.00 Uhr schließt dann auch der vordere Teil seine Pforten.

Achalziche der beste Ausgangsort für das Höhlenkloster Wardsia (Vardzia)

Wer nach Achalziche kommt wird sicherlich noch das Höhlenkloster in Wardsia besuchen und umgekehrt auch. Daher möchte ich dir gerne erklären, warum Achalziche der beste Ausgangsort für das Höhlenkloster Wardsia ist!
Wer mit dem Maschrutka anreist, der wird schnell merken, dass Wardsia nicht so häufig angefahren wird. Das bedeutet, dass du nur zu bestimmten Zeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinkommst, aber auch bei der Abreise gewisse Zeiten einhalten musst. Dazu kommt, dass in dem Dörfchen Wardsia der Hund begraben ist und außer dem Höhlenkloster nichts ist. Da das Dörfchen recht klein und die Unterkünfte dazu noch recht weit von dem Höhlenkloster entfernt sind, musst du dir entweder dort ein Taxi nehmen oder dein Glück per Anhalter versuchen. Apropos Unterkünfte, die sind auch etwas spärlicher und dazu noch um einiges teurer als in Achalziche.

Warum ich mich für die Unterkunft in Achalziche entschieden habe

Als ich nach Achalziche und Wardsia gefahren bin gab es vier Gründe warum ich mich für Achalziche entschieden hatte:

  1. Da ich in Borjomi ein Zwischenstopp eingelegt hatte, gab es kein Maschrutka mehr nach Wardsia (was ich als glückliche Fügung empfand)
  2. In Achalziche waren die Unterkünfte wesentlich preisgünstiger
  3. In Achalziche gibt es abends noch was zu sehen, z.B. die Festung bei Nacht oder eine Weinprobe
  4. Ich kann Wardsia auch nur mit einer Übernachtung in Achalziche [Akhaltsikhe] besuchen und nachmittags noch nach Tiflis oder Kutaissi fahren, wenn ich mir einen Taxifahrer für Wardsia nehme

Als ich am Busbahnhof ankam wusste ich nicht wo meine Unterkunft „Hostel Insomnia“ (trozt des namens kann ich es wärmstens empfehlen) war. Ein netter Taxifahrer brachte mich für 3 GEL [€ 0,92 | Stand 2019] zum Hostel. Auf dem Weg machte er uns ein Angebot, dass er uns am folgenden Tag nach Wardsia hin und wieder zurückfährt. Für die Fahrt inklusive Wartezeit wollte er 55 GEL [€ 16,76 | Stand 2019]. Da wir bei der Unterkunft gegenüber Wardsia schon einiges gespart hatten, waren die Mehrkosten für das Taxi nicht der Rede wert. Wenn wir nach der Besichtigung des Höhlenklosters noch weiter nach Tiflis hätten fahren wollen, wäre dies kein Problem gewesen, da ab Achalziche viele Maschrutkas fahren. Wir entschieden uns aber eine Nacht weiter in Achalziche zu verbringen, da wird nach unserem Besuch in Wardsia direkt weiter über Tiflis nach Stepanzminda wollten. Ansonsten hätten wir halt in Tiflis eine Nacht verbringen müssen. Ich würde dies immer wieder so machen und würde mich über deine Erfahrungen freuen, auch wie du es in Achalziche fandst und freue mich über einen Kommentar von dir.

Hier noch ein paar Bilder aus Achalziche

 

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Über den Autor

Jens

Mein Slogan lautet „Reisen macht süchtig“. In Südafrika infizierte ich mich vor über 10 Jahren mit dem Reise-Virus und seit dem ist das Reisen meine Leidenschaft. Ich bereist gerne unbekannte Länder und schreibe über meine einzigartigen Abenteuer hier im Blog und möchte dich inspirieren selber auf Reise zu gehen.
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