Backpacker Weltreiseblog OVERLANDTOUR

Geschichte war und ist jetzt nicht so mein Steckenpferd, aber auf einer Reise lernt man halt immer dazu und so ist es auch mit deutscher Geschichte. Ich habe zum Beispiel nicht gewusst, dass wir Deutsche von 1897 bis 1914 ein „Deutsches Schutzgebiet Kiautschou“ hatten und das Qingdao (deutsch: Singtau oder Tsingtao) die Hauptstadt war. Dieses „Schutzgebiet“ wurde nicht ganz freiwillig von den Chinesen abgetreten, die damalige militärische Überlegenheit der Preußen war zu groß. Aus diesem Grund wurde ein Pachtvertrag (wie bei Hongkong und Macau) auf 99 Jahre abgeschlossen. Anfang des 1. Weltkrieges wurde der Pachtvertrag jedoch auf „militärischen Druck“ an die Japaner übergeben, es waren zu wenige Soldaten da, die das Schutzgebiet hätten verteidigen können. Jetzt genug von Geschichte und zurück zum Hier und Jetzt.

Seit ich kurz nach Weihnachten Deutschland verlassen hatte, fühlte ich mich in Qingdao zum ersten Mal richtig heimisch. Das begann schon im Bahnhofsgebäude. Oli und ich liefen durch die Straßen und ein Gefühl von Asien will nicht aufkommen. Die ganzen prachtvollen Fachwerkhäuser, manche sogar mit Reetdach, deckten alle Baustiele von der Nordseeküste bis zu den Alpen ab. Besonders die Christuskirche sah von außen sehr schön aus. Auf dem Platz vor der Kirche standen ein Dutzend Brautpaare und jedes hatte ein komplettes Fotografenteam dabei. Es war schon sehr lustig anzusehen und dazu kam noch eine Hochzeit, bei der das Brautpaar standesgemäß mit einem 3er BMW Cabrio vorfuhr. Aber so ist es wohl, in der ehemaligen deutschen Kleinstadt. Die Stadterkundung endete dann an der Strandpromenade.

Auf dem Rückweg zum Hostel ließen wir uns vom Taxifahrer zu dem Highlight von Qingdao fahren: der deutschen Brauerei. Da wir das Tsingtao-Bier schon täglich seit Shanghai zu uns nahmen, wollten wir jetzt auch die Brauerei und das Biermuseum besichtigen. Die Besichtigung war ganz nett und zur Belohnung gab es dann noch zwei Biere in der Brauerei.

Der kleine Abstecher hat viel Spaß gemacht. Die Stadt vermittelte mehr einen europäischen als einen asiatischen Eindruck und ich konnte die Einflüsse aus dem letzten Jahrhundert gut erkennen. Den Besuch der Stadt für einen Tag würde ich jedem empfehlen, denn es ist mal ein schöner Kontrast.

 

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Jens

Mein Slogan lautet „Reisen macht süchtig“. In Südafrika infizierte ich mich vor über 10 Jahren mit dem Reise-Virus und seit dem ist das Reisen meine Leidenschaft. Ich bereist gerne unbekannte Länder und schreibe über meine einzigartigen Abenteuer hier im Blog und möchte dich inspirieren selber auf Reise zu gehen.
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4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Lieber Jens,
    Ja, dass Tsingtao mal von den Deutschen kolonialisiert war, ist schon bekannt – aber das ist nun wirklich kein Grund, ein Hakenkreuz auf Deiner Webseite zu bringen, oder?
    Wo hier in Deutschland sowieso immer mehr Nazis herumlaufen…
    Das solltest Du schnell wieder entfernen.
    Liebe Grüße,
    Thomas

    • Hallo Thomas,

      ich denke, dass du das Symbol der “Swastika” auf der Bierwerbung meinst. Ja ich gebe dir recht, dass wir zu Hause wirklich zu viele der Bekoppten haben, die dem braunen Sumpf hinterherrennen! ABER es muss auch möglich sein über andere Teile der Welt schreiben zu können, ohne gleich an die schlimmste Geschichte zu denken. Du schreibst hier das erste mal was über solch ein Kreuz, dabei gibt es mitlerweile hier schonsehr viele Abbildungen der Swastika, zum Beispiel der Blogeintrag davor, da siehtst du eine riesige Swastika in einem Garten aus Büschen geformt! Da sich jetzt bestimmt erst einmal fragrt, was ist denn eine “Swastika” zitiere ich Wikipedia kurz.

      Eine Swastika (Sanskrit m. svastika‚ Glücksbringer) ist ein Kreuzsymbol mit abgewinkelten oder gebogenen Armen. Solche Symbole sind in zahlreichen Formen seit etwa 6000 Jahren in Europa und Asien, seltener auch in Afrika und Mittelamerika nachgewiesen. Die vier Enden können nach rechts oder links gerichtet, recht-, spitz-, flachwinkelig oder rundgebogen und mit Kreisen, Linien, Punkten oder Ornamenten verbunden sein. Die Symbole haben je nach zeitlicher und geografischer Zuordnung ganz verschiedene Bedeutungen.

      Die Nationalsozialisten übernahmen ein auf der Spitze stehendes, nach rechts gewinkeltes Hakenkreuz als Symbol einer angeblichen arischen Rasse und machten es 1920 zum Parteizeichen der NSDAP und 1935 zum zentralen Bestandteil der Flagge des Deutschen Reiches.

      Die politische Verwendung hakenkreuzförmiger Symbole ist in Deutschland, Österreich und weiteren Staaten seit 1945 verboten. Erlaubt ist in Deutschland eine Hakenkreuzdarstellung nach § 86 Abs. 3 StGB nur, wenn sie „der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient“.

      Wer mehr über die Swastika erfahren will, kann die Links zu Wikipedia benutzen. Als letztes möchte ich mich hier dann noch ausdrücklich von jeglicher neonazistischen Gruppierung distanzieren.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Swastika

      • Was die Geschichte angeht, so hast Du sicherlich Recht. Ich würde es trotzdem niemals bringen. Gerade im Zusammenhang mit Tsingtao und dem Bier nicht.
        Du kennst das ja sicherlich auch, was da manche denken: “WIR waren da! UNS hat das mal gehört! Das waren noch Zeiten!”
        Und dann passt das Zeichen wie die Faust aufs Auge.
        Aber das ist bloß meine bescheidene Meinung.
        Liebe Grüße,
        Thomas

        • Naja, ich war da und wenn ich die Augen zu mache, dann weiss ich auch was mir gehört und hier gehörte mir, sprich uns Deutschen wohl mal gar nichts! Aber ich finde, dass du das zu negativ siehst und ich gehe davon aus, dass die Bolgleser hier nicht so denken und auch nicht zu denen gehören, die einen kleinen Geist besitzen!
          Grüße aus Beijing, die Stadt der Kameras 🙂

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