Backpacker Weltreise Blog OVERLANDTOUR

Zurück in Ostafrika komme ich statt 20 Uhr erst morgens um 0.30 Uhr in Dar es Salaam in Tansania an. Nachts in einer ostafrikanischen Großstadt anzukommen ist immer unangenehm. Öffentliche Busse fahren entweder nicht mehr, oder es ist gesünder auf dieses Fortbewegungsmittel zu verzichten. Mit meiner Unterkunft für die nächsten Tage hatte ich ausgemacht, dass mich jemand um 21 Uhr abholen sollte, aber nachdem Kenya Airways mal wieder ein Flug „gecancelt“ hatte stand niemand da. Ich hatte zwar von Johannesburg noch schnell ein Email an die Unterkunft geschrieben, dass meine Maschine erst gegen 0.30 Uhr in Dar es Salaam landet.

Das jetzt niemand auf mich wartete war dann auch noch Nebensache. Nach der Immigration, die locker 45 Minuten dauerte, ging ich die paar Meter zum „baggage claim“ um nach meinem Rucksack zu sehen. Das herumliegende Gepäck war sehr übersichtlich, aber mein Rucksack war nicht da. Die Ankunftshalle ist sehr klein und so machte ich mich zum Schalter des verlorenen Gepäcks auf. Die Dame hatte einiges zu tun, denn um den Schalter herum waren bereits vier bis fünf andere Passagiere die ihre Sachen vermissten. Sie gab mir nach einiger Zeit ein Formular zum ausfüllen und meinte in ein paar Minuten wäre weniger los. So füllte ich mein Formular aus und wartete. Nach einiger Zeit meinte sie, dass ich gegen Vormittag anrufen solle und dann könne sie mehr sagen.

Immer diese Schmeißfliegen um einem herum

Es war mittlerweile schon 2 Uhr Nachts durch, ich stand jetzt ohne Gepäck, ohne Zelt und Schlafsack, in meiner langen Jeans und meiner Jacke da und schwitzte diese schon durch. Draußen warteten schon die Schmeißfliegen alias Taxifahrer auf mich. Um diese Zeit werde ich sicher abgezockt.

Als ich aus dem Ankunftsbereich heraustrat hatte ich die ersten Taxifahrer am Hals. Wie ich das hasse, noch nicht einmal Geld in der Tasche und eine Traube von Menschen um einen herum. Glücklicherweise kenne ich den Airport gut, so dass ich mir erst einmal am Automaten Geld hole bevor ich wieder an der Meute vorbei gehe. Einen Preis kenne ich auch, da ich ja eigentlich einen „Abholservice“ hatte und so lache ich die ersten Taxifahrer aus und sage, dass ich bis zum Morgen hier bleibe und dann mit dem Bus weiterfahre. Ein Taxifahrer läuft mir dann doch noch hinterher und der Preis fällt und fällt. Als er dann soviel haben wollte wie ich auch beim „Abholservice“ bezahlt hätte willigte ich ein.

Auf zum Mikadi Beach

Mikadi Beach - Zeltplatz

Mikadi Beach – Zeltplatz

Vom Airport bis zur meiner Unterkunft am Mikadi Beach, so heißt die Campsite auch, kann die Fahrt schon mal von 1½ bis zu 4 Stunden dauern und ist vom Verkehr abhängig. Obwohl es mitten in der Nacht und kein Verkehr ist, dauert die Fahrt gute 2 Stunden. Das liegt daran, dass die Fähre im Hafen erst dann übersetzt wenn sie gut gefüllt ist. Ich schlafe dann irgendwann auch ein. Am Mikadi Beach wird mir sogar von einem Massai die Tür geöffnet und ich darf mich in die Hängematte am Strand legen. So toll wie sich das jetzt anhört war die restliche Nacht dann nicht, denn die Moskitos haben mich dort zum fressen gern gehabt und meine Gedanken kreisten in den Stunden dann nur um Eins! Hoffentlich war keine Malaria-Mücke heute Nacht unterwegs.

Nach dreieinhalb Stunden kommt leben auf und ein Mitarbeiter des Mikadi Beach steht an der Bar und schaut mich verwundert an. Nachdem ich meine Reisestory mit dem verloren Gepäck erzählt habe gibt’s erst einmal einen Tee und dann Frühstück. Beim Frühstück fange ich mir an darüber Gedanken zu machen, was ist wenn der Rucksack weg ist!

Und täglich grüßt der Airport – Teil 1

Am Vormittag telefoniere ich dann mit einer Frau am Airport, aber ich habe das Gefühl, dass sie keine Lust hat mir weiter zu helfen. Ohne Zelt kann ich heute Nacht hier nicht schlafen, oder ich muss was organisieren. Falls mein Rucksack doch gefunden wurde, dann muss ich ihn sowieso am Airport abholen und beschließe dort hin zu fahren. Nach einer kurzen Beschreibung geht es mit den Öffentlichen zum Flughafen. Nach 2½ Stunden bin ich dort und jetzt erhalte ich die Auskunft, dass er mit der nächsten Maschine aus Nairobi kommen soll. Die Wartezeit von einigen Stunden kann ich mit dem freien Internet überbrücken und dann springt das Gepäckband an.

Was das für ein schönes Gefühl war, als ich ihn dann gesehen hatte – Unbeschreiblich!

Und täglich grüßt der Airport – Teil 2

Nachdem ich mein Zelt am Vortag aufbauen konnte und glücklich über meine Sachen war, durfte ich wieder an den Airport rausfahren. Den Weg kannte ich mittlerweile und ich dachte auch nicht daran, dass ich in 30 Stunden dreimal am Airport sein werde. Für die nächsten drei Wochen bekam ich Besuch von Christina und ihrer Freundin Dani. Zusammen wollten wir auf Safari gehen und danach uns auf Sansibar relaxen. Nach guten zwei Stunden war ich am Airport, aber bis die Mädels raus kamen vergingen dann noch einmal drei Stunden.

Als ich dann die Zwei in empfang nehmen durfte, hatte nur eine ihren Rucksack auf. Was soll ich sagen, der Rucksack von Christina war auch nicht da.

Partytime im Mikadi Beach

Party-Time in Dar es Salaam

Party-Time in Dar es Salaam

Auf Reisen ist man oft am richtigen Ort zur richtigen Zeit. Seitdem ich mein Zelt aufgebaut hatte, kam ein Rucksackreisender nach dem anderen an und selbst Eric, den ich aus Uganda kannte, erschien hier. Da Christinas Rucksack nicht da war und die Zelte des Mikadi Beach nicht besonders gut sind, habe ich ihnen mein Zelt angeboten und Jay meinen Zeltnachbar gefragt, ob ich bei ihm im Zelt schlafen (ein neuer Begriff des „Tentsurfing“ wurde daraus) konnte. Jay hat nämlich ein Fünf-Mann-Zelt und ist alleine mit dem Auto von Südafrika nach Irland unterwegs. Jay lud mich ein und somit konnte ich in einem Zelt schlafen und eine dünne Decke erhielt ich noch vom Mikadi Beach.

Die Party sollte auf den Tag des „Zuckerfestes“ fallen und somit rechneten sie mit ca. 100 Besuchern. Soviel wurden es dann zwar nicht, aber unsere Truppe ließ nichts anbrennen. An verschiedenen Stellen am Strand gab es Lagerfeuer zum feiern. Entweder relaxt mit der Gitarre und den Bongos, oder vor den Boxen der PA-Anlage. Die Nacht kam und die Jägermeister- und Mango-Slushi-Konyagi-Vorräte wurden an der Bar geplündert. Eine sehr feuchtfröhliche Party fand dann irgendwann kurz vor dem Sonnenaufgang sein Ende.

Am nächsten Morgen zum Frühstück stellte dann die Barcrew fest, dass sie seit Jahren nicht mehr soviel Jägermeister verkauft hatten… was soll ich sagen? Die Party war halt einfach nur geil!

Und täglich grüßt der Airport – Teil 3,4 und 5

Hätte mir jemand bei meiner Ankunft in Dar es Salaam gesagt, dass ich in 5 Tagen sechsmal am Airport sein würde, dann hätte ich ihn vermutlich ausgelacht. Und „täglich grüßt der Airport“, so hieß das Motto mittlerweile bei uns. Jeden Morgen das selbe Ritual, am Airport anrufen. Jeden Tag war der Rucksack in einem anderen afrikanischen Land und sollte kommen. Jeden Tag die Hoffnung haben ihn am Airport abholen zu können.

Christina, Dani und ich hatten bereits schon Busfahrkarten nach Moshi gekauft, aber Christinas Rucksack war nicht auffindbar. In Moshi wollten wir mit dem Veranstalter KAT Moshi – Kilimanjaro Active Tours auf Safari gehen und wollten Montags dort sein. Christinas Rucksack war Sonntags immer noch nicht da, dazu wurde sie etwas krank und somit rief ich in Moshi an und fragte, ob wir die Safari um einen Tag verschieben könnten. Der Mitarbeiter von Kilimanjaro Active Tours war super und meinte nur „kein Problem“! Die Bustickets waren zwar bezahlt aber in Anbetracht der Lage war das uns egal.

Die Hoffnung stirbt zu Letzt – Der Rucksack ist da

Montags ging es Christina wieder gut und wir überlegten was mir machen sollten. Wir beschlossen erst mal mit unserer Partycrew einen Strand weiter zu ziehen um dort mal baden zu gehen. Die liebe „Julia“ vom Mikadi Beach wollte am Flughafen anrufen in der Zeit. Als wir Abends um sechs Uhr heimkamen, war Julia leider nicht mehr da und wir riefen selber an. Am Flughafen meinten sie, ja der Rucksack wäre heute gekommen und somit machten wir uns gegen 19 Uhr auf ihn abzuholen. Tatsächlich war der Rucksack dort und Christina durfte ihn endlich in empfang nehmen. Gegen 22 Uhr kamen wir im Mikadi Beach wieder an und unsere gesamte Partycrew feierte die Rückkehr des verlorenen Rucksacks noch bis in die tiefe Nacht!

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Jens

Mein Slogan lautet „Reisen macht süchtig“. In Südafrika infizierte ich mich vor über 10 Jahren mit dem Reise-Virus und seit dem ist das Reisen meine Leidenschaft. Ich bereist gerne unbekannte Länder und schreibe über meine einzigartigen Abenteuer hier im Blog und möchte dich inspirieren selber auf Reise zu gehen.
Ich würde mich freuen, wenn du uns auch bei Face, Twitter & Co. verfolgen würdest.

4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

    • Hey Oli! Vielen Dank für deine Grüße! Es freut mich immer sehr, wenn ein alter Freund hier mit liest! Zum Glück sind die Rucksäcke wieder aufgefunden worden. Es ist schon ein saudummes Gefühl, wenn das Gepäck plötzlich weg ist.
      Auf Sansibar lassen wir uns es dann gut gehen, aber vorher geht es auf Safari!
      Grüße an die Regierung zu Hause.
      Jens

    • Danke für die Blumen, aber wenn mal das Gepäck weg ist, dann ist das garnicht mehr so schön 😉 Aber es ist ja dann noch einmal gut gegangen!

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