Es gibt ein Geisterdorf am Gardasee? Als wir dies hörten, war klar, das wollen wir uns ansehen. Die Wanderung zum mittelalterlichen Geisterdorf „Campo di Brenzone“ starten wir nicht unten im Dorf Marniga, einem der 16 Orte der Gemeinde Brenzone, sondern in der Via S. Pietro. Irgendwie hat uns GoogleMaps dorthin gelotst. Dass die Wanderung zu einem kurzen Spaziergang wurde, ahnten wir bis dahin nicht.
Wanderung nach Campo di Brenzone: Anreise und Parken

Auf einem alten Maultierpfad geht es zum Geisterdorf am Gardasee
Das mittelalterliche Geisterdorf (Campo Borgo Medievale) ist mit dem Auto nicht direkt erreichbar, sondern nur zu Fuß. Je nachdem, wie viel Zeit du mitbringst und wie sportlich du den Aufstieg gestalten möchtest, kannst du zwischen zwei beliebten Startpunkten für deine Wanderung wählen.
Startpunkt 1: Kurzer Spaziergang ab der Via S. Pietro
Als wir in der Via S. Pietro starteten, war es bereits kurz vor 17 Uhr und wir wussten anfangs nicht, wie weit das Geisterdorf Campo di Brenzone entfernt ist. Die Beschilderung vor Ort klärte uns jedoch schnell auf, dass es nur ein Katzensprung ist: Keine 25 Minuten später hatten wir unser Ziel schon erreicht! Der Weg führte uns auf einem alten Maultierpfad, vorbei an wunderschönen Olivenhainen, immer leicht den Berg hinauf. Anstrengend war es nicht, denn das GPS gab gerade einmal eine Strecke von 600 Metern ab dem Parkplatz in der Via S. Pietro an. Perfekt für einen entspannten Abendspaziergang.
Startpunkt 2: Die klassische Wanderung ab Marniga
Wer etwas mehr Zeit und Kondition mitbringt, wählt den traditionellen Aufstieg vom Seeufer aus. Wenn du deine Wanderung ganz unten im Ort Marniga startest, wirst du wohl eine gute Stunde bis zum Geisterdorf Campo di Brenzone benötigen. Auf diesem Weg legst du deutlich mehr Höhenmeter zurück, wirst dafür aber mit einem intensiveren Wandererlebnis und historischen Kopfsteinpflaster-Wegen belohnt. Oben angekommen schmeckt die Erfrischung im verlassenen Bergdorf dann gleich doppelt so gut.
Das verlassene Dorf Campo di Brenzone: Geschichte & Sehenswürdigkeiten

Ein paar Impressionen aus dem mittelalterlichen Geisterdorf
Der Ort „Campo“ lag früher strategisch günstig an der Verbindung von Castelletto di Brenzone nach Prada auf einer Anhöhe 227 Meter über dem Gardasee. Der ganze ehemalige Ort Campo di Brenzone, der schon im Jahre 1023 erwähnt wurde, ist heute denkmalgeschützt und 2006 wurde eine Stiftung zum Erhalt des Dorfes gegründet. Heute gehören der Stiftung 60% der Häuser in dem Geisterdorf, die diese erhalten möchte. Zwei Häuser wurden schon wiederhergestellt, in denen Künstler ihre Werke ausstellen können. Es gibt immer wiedermal eine Veranstaltung dort. Bis in die 1950er Jahre war das Dorf noch bewohnt, heute sollen angeblich noch zwei Familien oder Personen dort wohnen, allerdings habe ich niemanden gesehen. Zwei kleine Häuser sehen noch bewohnt aus und ich dachte eher dabei an ein Freilichtmuseum. Manchmal soll man dort auch etwas zu trinken bekommen, vielleicht hast du bei deinem Besuch mehr Glück als wir. Die kleinen engen Gassen, Steinbögen und Portale des Geisterdorfs runden das Erkunden von Campo di Brenzone ab.
Die Kirche San Pietro in Vincoli und ihre Fresken

Die kleine Kirche San Pietro in Vincoli aus dem 13. Jahrhundert
Das absolute Highlight und ein echtes Juwel mitten im verlassenen Ortskern ist die historische Kirche San Pietro in Vincoli aus dem 13. Jahrhundert. Der unscheinbare Steinbau hütet im Inneren ein faszinierendes Geheimnis! Meisterhafte Fresken aus dem Jahr 1358, die bereits aufwendig und liebevoll restauriert wurden. Sie erstrahlen in beeindruckenden Farben und zeigen die Jungfrau Maria sowie verschiedene Heilige, die von den damaligen Bewohnern des Bergdorfs tief verehrt wurden. Nimm dir hier unbedingt einen kurzen Moment Zeit, lass die mystische Stimmung auf dich wirken und schicke deine Augen auf Entdeckungsreise – ein absolut lohnenswerter, kulturhistorischer Stopp, den du dir bei deinem Besuch nicht entgehen lassen solltest!
Karte & Wegbeschreibung für deinen Ausflug nach Campo
Am Gardasee gibt es doch immer wieder abwechslungsreiche Orte wie hier auf der Westseite das mittelalterliche Geisterdorf Campo di Brenzone, die Felsenkirche Madonna della Corona oder auf der Ostseite des Gardasees die Pestkapelle San Valentino. Ich empfand den abendlichen Spaziergang an den Olivenhainen angenehm und wurde von einem Hauch Indiana Jones belohnt. Es machte mir Spaß, durch die kleinen Gassen zu laufen und meine Augen auf Entdeckungsreise zu schicken. Wer den Gardasee besucht und in der Nähe ist, der sollte sich das Geisterdorf „Campo di Brenzone“ nicht entgehen lassen.
Damit du deine Wanderung oder deinen Spaziergang optimal planen kannst, habe ich dir den genauen Weg und die Parkmöglichkeiten hier in der interaktiven Google Maps Karte markiert:
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Die Bilder vom mittelalterlichen Geisterdorf
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