Europa Georgien

Die Höhlenstadt und das Höhlenkloster Wardsia (Vardzia)

Der Panoramablick vom geschotterten Parkplatz am des Ufer des Mtkwari auf das Höhlenkloster Wardsia
Der Panoramablick vom geschotterten Parkplatz am des Ufer des Mtkwari auf das Höhlenkloster Wardsia
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Im Süden Georgiens, am Ufer der Kura, nicht weit von der Stadt Achalziche, wartet die Höhlenstadt Wardsia mit über 700 Zimmern, Räumen, Terrassen und einem Höhlenkloster auf dich. Erkunden kannst du diese heute durch die alten Tunnel und Serpentinenwege die miteinander verbunden sind. Entstanden ist die Höhlenstadt Wardsia, auch Vardzia genannt, vor 800 Jahren im 12. Jahrhundert in der Zeit als König Giorgi III regierte. König Giorgi III erbaute Wardsia als Grenzfestung gegen die Türken und Perser. Als König Giorgi III starb übergab er seiner Tochter Tamar sein Reich und sie setzte den Bau fort, allerdings sollte ab dieser Zeit Wardsia als Kloster dienen. Die Geschichte Wardsia beginnt jedoch weit vorher, denn die erste Erwähnung Wardsia´s datiert auf das 2. Jahrhundert vor Christus. Im Jahre 1283 erschütterte ein Erdbeben Wardsia und seit dieser Zeit sind nur noch 750 Räume auf einer Fläche von etwa 900 Quadratmetern erhalten, die sich jedoch lohnen zu besuchen. Ursprünglich bestand die Höhlenstadt Wardsia aus 3.000 Wohnungen, die auf sieben Stockwerken in den Felsen gehauen wurden und boten Raum für rund 50.000 Menschen.

Die Anreise nach Wardsia – Was ist der perfekte Ausgangspunkt

Auf dem Weg von Achalziche nach Wardsia

Auf dem Weg von Achalziche nach Wardsia

Willkommen im kleinen Kaukasus im südlichen Georgien. Die Anreise nach Wardsia wird wahrscheinlich mit einem Maschrutka erfolgen, wenn du kein Mietwagen in Georgien hast. Leider fahren nur zu bestimmten Zeiten Maschrutkas von und nach Wardsia, so dass die An- und Abreise etwas Planung erfordert.
Warum für mich die Stadt Achalziche der beste Ausgangspunkt für einen Besuch des Höhlenkloster Wardsia ist, kannst du in meinem Blogpost „Achalziche – Die Festung Rabati in Süd-Georgien“ nach lesen.

Die Festung Khertvisi liegt auf dem Weg nach Wardsia

Die Festung Khertvisi liegt auf dem Weg nach Wardsia

Die Festung Khertvisi liegt auf dem Weg nach Wardsia

Auf dem Weg nach Wardsia von Achalziche aus kommst du an der ältesten Festung in Georgien, der Khertvisi Festung vorbei. Falls du dir einen Taxifahrer ab Achalziche genommen hast, dann wird er dort bei der Hin- oder Rückfahrt halten. Wir hielten dort auf der Rückfahrt und besuchten die alte Festung Khertvisi. Die Festung wurde erstmals im 2. Jahrhundert vor Chr. erwähnt, im Jahre 985 kam eine Kirche hinzu und Festungsmauern wurden im Jahre 1354 errichtet. Die Legende sagt, das Alexander der Großen die Festung Khertvisi zerstörte.
Der Stopp und die Besichtigung dauert nicht besonders lange, da es in der Festung nichts zu sehen gibt. Die Aussicht von dem Festungsturm auf die umliegende Landschaft ist recht schön. Der Eintritt für die Festung Khertvisi kostete 5 GEL [€ 1,53 | Stand 2019]. Unterhalb der Festung am Weg gibt es einen kleinen Verkaufsstand, an dem du dir einen Snack mitnehmen kannst.

Die Höhlenstadt und das Höhlenkloster Wardsia

Der Panoramablick vom geschotterten Parkplatz am des Ufer des Mtkwari auf das Höhlenkloster Wardsia

Der Panoramablick vom geschotterten Parkplatz am des Ufer des Mtkwari auf das Höhlenkloster Wardsia

Was Menschenhand in eine 500 Meter hohe Felswand des Berges Eruschetis gehauen hat ist schon bemerkenswert. Die Höhlenstadt ist eines der wichtigsten touristischen Ziele in Georgien, jedoch ist es nicht mit Touristen überfüllt gewesen, als ich es im Mai 2019 besucht hatte. Mein Taxifahrer hielt noch weit vor dem Eingang der Sehenswürdigkeit, direkt gegenüber der Höhlenstadt am des Ufer des Mtkwari Fluss auf einem geschotterten Parkplatz. Von hier aus hat man eine wunderbare Panoramaaussicht auf die komplette Höhlenstadt und dem Berg Eruschetis.
Von der Kasse, an der du deine Eintrittskarte für 7 GEL [€ 2,14 | Stand 2019] kaufst, führt ein asphaltierter Weg hinauf zu der Höhlenstadt. Falls du den kurzen steilen Anstieg nicht zu Fuß laufen möchtest, so kannst du an der Kasse für 1 GEL [€ 1,53 | Stand 2019] einen Shuttle Minibus dazu nehmen.

Höhlenstadt erstreckt sich auf mehreren Etagen

Auf dem Rundweg durch die Höhlenstadt Wardsia

Auf dem Rundweg durch die Höhlenstadt Wardsia

Oben am Shuttle-Parkplatz geht der Rundweg durch die Höhlenstadt los und wird dich am Ende wieder zum Parkplatz zurückführen. Auf dem Weg kannst du immer wieder abzweigen und Leitern oder Treppen zu Wohnhöhlen, oder andere Räume besichtigen. Diese Wohnhöhlen dienten nicht nur als Wohnungen, sondern auch als Arbeitsräume, Vorratskammern und es gab sogar eine Apotheke. Der für mich beeindruckteste Teil des Rundweges beginnt, wenn du zu dem Tunnel kommst, der dich zur Kirche im Berg führt. Die Tunnel wurden in den Stein gehauen und das recht weit in den Felsen. Die Menschen waren wahrscheinlich wesentlich kleiner als wir heute, denn mit meinen 1,76 m konnte ich nicht mehr aufrecht gehen. Keine Angst, auch wenn die Tunnel nicht besonders groß sind, sind sie jedoch gut beleuchtet. Neben der Kirche im Fels gibt es dort auch eine natürliche Quelle, so dass die Bewohner damals ausreichend Wasser hatten um eine Belagerung zu überstehen. Zu der damaligen Zeit konnte man die Höhlen nicht so einfach erreichen und somit waren die Bewohner recht sicher.

Die Kirche im Fels mit dem Bild von Königin Tamar

Das Höhlenkloster Wardsia mit seinen Fresken

Das Höhlenkloster Wardsia mit seinen Fresken

Die im Fels geschlagene Klosterkirche in Wardsia mit ihrem prächtigen Säulenportal und einem Saal in Form eines Tonnengewölbes mit ihren noch gut erhaltenen farbigen Fresken enthalten die Darstellungen von König Giorgi III. und Königin Tamar. Das interessante ist, dass die Abbildung der Königin Tamar die einzige Abbildung von ihr in ganz Georgien ist. Die Kirche ist für mich das kleine I-Tüpfelchen der gesamten Anlage.

Hier noch ein paar Bilder vom Höhlenkloster Wardsia

 

 

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Über den Autor

Jens

Mein Slogan lautet „Reisen macht süchtig“. In Südafrika infizierte ich mich vor über 10 Jahren mit dem Reise-Virus und seit dem ist das Reisen meine Leidenschaft. Ich bereist gerne unbekannte Länder und schreibe über meine einzigartigen Abenteuer hier im Blog und möchte dich inspirieren selber auf Reise zu gehen.
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