Backpacker Weltreiseblog OVERLANDTOUR

Als ich im Bus nach Hoi An saß, bekam ich wieder eine SMS von  Albane. Ihre Reiseplanung hat sie über den Haufen geworfen und war jetzt auch auf dem Weg nach Hoi An. Da sie erst einige Stunden später ankommen würde suchte ich eine bezahlbare Unterkunft für uns und schrieb ihr die Adresse. Es ist manchmal schon sehr seltsam, dass ich immer wieder die selben Personen treffe, oder dann auch mit ihnen reise. Aber es ist schön immer wieder auf bekannte Gesichter zu treffen, denn um so öfter man sich trifft, um so größer wird die Freundschaft. Die nächsten drei Tage verbrachten wir zusammen in Hoi An.

Die Stadt der Schneider

Mein neuer Anzug in Hoi An

Mein neuer Anzug in Hoi An

Hoi An ist bekannt für seine unbeschädigte Altstadt, die Lampions und die vielen Schneider. Da ich mir einen Anzug schneidern lassen wollte, ging ich auf die Suche nach einem Geschäft, dass mir zusagte. Albane schoss sich an, da sie sich auch ein Businesskleid benötigt. Als wir einen Schneider fanden wurde erst der Stoff, dann der Schnitt und dann über den Preis verhandelt. In der Regel bekommt man seinen Anzug am nächsten Tag. Es empfiehlt sich aber, am nächsten Tag diesen anzuprobieren und dann noch Ungenauigkeiten und Fehler beheben zu lassen.

Ich entschied mich dann nicht nur für einen Anzug, sondern noch gleich passend dazu ein Hemd, Krawatte und einer Jacke. Im Laden direkt gegenüber bestellte ich dann noch zwei paar Schuhe dazu. Alles ist natürlich eine Maßanfertigung zu einem Preis, den ich zu Hause für noch nicht einmal zwei Markenjeans ausgeben würde. Nach der ersten Anprobe wurden noch Details verbessert und so holte „Kaisers neue Kleider“ am dritten Tag ab um diese dann per Post nach Hause zu senden.

Aber jetzt zurück zu der Perle von Vietnam – Hoi An

Eine wunderschöne Altstadt in Hoi An

Eine wunderschöne Altstadt in Hoi An

Die Stadt ist nicht besonders groß, aber gerade das macht den Charme aus. Die wunderschöne Altstadt hat den Flair der vergangen Zeit noch nicht abgelegt, denn Hoi An ist weder im Indochina noch im Vietnamkrieg zerstört worden und so finde ich eine Kulisse vergangener Tage vor. Dies wird wohl auch der Grund sein, dass die UNSECO die Stadt in die World Heritage Site aufgenommen hat. Das nächste Besondere der Altstadt ist, dass sie Auto und Motorradfrei ist. Ich glaube fast, dass das auch einmalig in Asien ist. Die kleine Promenade am Thu Bon River wird besonders Abends zu einem Hingucker, nämlich dann leuchten überall die kleinen bunten Lampions in den Bäumen, auf der Brücke oder vor den Restaurants.

Nach unserem Besuch beim Schneider liefen wir durch die Gassen von Hoi An, schauten uns die Markthalle, der japanischen Brücke (Chua Cau) und auch die kleinen Souvenirläden an. Hoi An kann nicht mehr verbergen, dass sie vom Tourismus leben, aber ich muss sagen, dass mich nichts daran gestört hatte, weil es einfach nicht „too much“ war.

Am Nachmittag haben wir uns kurz einen Scooter gemietet und sind zum Strand gefahren, der liegt zwar nur so ca. 4 Kilometer weit entfernt, aber es lohnt sich. Hier konnten wir bei leckeren Smoothies chillen und das warme Wasser genießen.

Ausflug zu den The Marble Mountains

The Marble Mountain

The Marble Mountain

Am nächsten Tag war dann doch wieder etwas Action angesagt, das Meer ist zwar schön, aber wir wollen uns doch noch etwas die Umgebung von Hoi An ansehen. Zwanzig Kilometer von Hoi An bei Da Nang liegt „The Marble Mountains“, also mieten wir uns wieder einen Scooter und los geht es. Auf dem Weg dahin wird noch lecker gefrühstückt und als wir die Marble Mountains erreichen merken wir schnell wir hier der Tourist abgezockt werden soll. Was uns aufregt ist, dass wir überall eine Parkgebühr für den Scooter zahlen sollen – selbst auf der Straße! Die Suche nach einem kostenfreien Parkplatz blieb dann erfolglos und so kauften wir dann auch noch unsere Eintrittskarten. Die vielen Stufen hoch zum Marble Mountains treiben mir die Schweißperlen auf die Stirn, die Aussicht ist sehr schön, jedoch die Grotten und Tempeln sind jetzt nicht unbedingt sehenswert.

Weiter zu den Tempelanlage My Son

Die Tempelanlagen von My Son

Die Tempelanlagen von My Son

Da es etwas uninteressant war, wollten wir noch zu der Tempelanlage My Son die von hier aus ca. 50 Kilometer entfernt war. Einige Reisende behaupteten, dass diese noch schöner als Angkor Wat in Kambodscha sei und weniger Touristen dort hinkämen. So setzten wir uns auf den Scooter und los ging es. Den Weg fanden wir auch recht gut und kamen pünktlich zum Mittagessen dort an. Nach einer kleinen Stärkung liefen wir auf dem großen Areal herum, leider konnten wir nicht alle Tempel uns ansehen, aber es wären wohl auch zu viele. Es wird viel restauriert, das ist auch notwendig, da im Vietnamkrieg die Amerikaner diese Tempelanlage stark bombardiert hatten. Leider fing es dann noch an zu Regnen und es hörte nicht mehr auf, so setzten wir uns in das kleine Restaurant und warteten, dass es aufhörte um die 40 Kilometer trocken nach Hoi An zu kommen.

Als wir zurück in Hoi An ankamen änderten sich Albanes Reisepläne und sie buchte kurzerhand noch ein Ticket Richtung Süden und fuhr nachdem sie ihr Kleid abgeholt hatte ab. Ich verbrachte noch einen weiteren Tag hier, ich hätte auch noch länger hier hängen bleiben können, aber ich musste noch weiter, da mein Visa nur noch knapp eine Woche gültig war.

Ein Café am Thu Bon River

Ein leckeren Eiscafe am Thu Bon River

Ein leckeren Eiscafe am Thu Bon River

Am nächsten Morgen setzte ich mich an die Promenade des Thu Bon River, bestellte mir so einen leckeren vietnamesischen Eis-Kaffee mit süßer Kondensmilch und beobachtete das Treiben auf dem Fluß. Ich merkte gar nicht, dass neben mir ein gut braungebrannter Amerikaner saß, bis dieser mich ansprach. Im laufe der nächsten drei Stunden unterhielten wir uns über ihn über mich und meine Reise und dann erzählte er mir, dass er im Vietnamkrieg hier in der Nähe stationiert war. Im hat die Gegend so gut gefallen, dass er nach dem Krieg hier her ausgewandert sei, seine vietnamesische Frau aus Hoi An käme und sein Sohn in den USA studierte. Danach lud er mich noch zum typischen Essen an einem Straßenstand ein bevor ich mich verabschieden und Hoi An mit einem einem weinenden Auge verlassen musste.

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Jens

Mein Slogan lautet „Reisen macht süchtig“. In Südafrika infizierte ich mich vor über 10 Jahren mit dem Reise-Virus und seit dem ist das Reisen meine Leidenschaft. Ich bereist gerne unbekannte Länder und schreibe über meine einzigartigen Abenteuer hier im Blog und möchte dich inspirieren selber auf Reise zu gehen.
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