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Das Kyffhäuserdenkmal
Das Kyffhäuserdenkmal ist ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal, aber auch unter den Namen Barbarossa-Denkmal bekannt

Habt ihr schon einmal was von Nationale Naturlandschaften gehört? Ich muss zugeben – ich nicht unbedingt, aber nach meinem Besuch im Naturpark Kyffhäuser kann ich jetzt was unter dem Begriff verstehen.

Deutschland ist ein schönes Reiseland und einfach zu bereisen. Ich mache mich auf über ein langes Wochenende den Naturpark Kyffhäuser zu besuchen. Raus aus dem Büro, rein in die Natur. Ich hatte das Glück, dass ich Jörg den Leiter der Naturparkbehörde getroffen hatte, der mit mir durch den Wald lief. Dank ihm habe ich jetzt eine Vorstellung, was seine Behörde macht und was einen „Naturpark“ ausmacht. Ein Naturpark definiert sich, wenn eine gebietsbezogene dauerhafte umweltgerechte und nachhaltige Landnutzung erfolgt. Sehr schön finde ich, dass damit auch ein nachhaltiger Tourismus gefördert wird und somit die Umwelt, die Tiere und die Menschen davon profitieren.

Ich starte von Bad Frankenhausen in Thüringen aus, um etwas auf dem Kyffhäuserweg zu wandern. Da mir Jörg glücklicherweise zur Seite stand, erfuhr ich auch etwas über die Geologie des Gebirges. Naja, dachte ich mir, das interessiert mich nicht so besonders, aber es war doch interessant. Normalerweise wandere ich ja auch nicht auf einem „Gipsberg“, der sich sogar im Laufe von ein paar Jahren verändert. Auch die Fauna hat hier etwas ungewöhnliches für Mitteleuropa zu bieten. Steppengräser aus der Mongolei wachsen hier und das direkt neben einem Laubwald.

So ein heller grüner Wald

Kyffhäuser Naturpark – Nationale Naturlandschaften

Kyffhäuser Naturpark – Nationale Naturlandschaften

Von den kargen Gipsbergen und der mongolischen Steppe ging es dann über in einen frischen grünen Laubwald. Durch so einen Wald bin ich auch noch nie gewandert denn normalerweise kenne ich eher den Nadelwald. Hier gibt es aber fast nur Laubbäume und durch das am Boden liegende Laub wächst unten kaum etwas Grünes. Was mir auch sehr auffiel ist, dass durch die Laubbäume wesentlich mehr Licht einfällt und es heller ist. Auf dem ganzen Weg, ein Teil des GeoPfads, wird der Wald sich selber überlassen. So stehen ab und zu abgestorbene alte Bäume im Wald, die wiederum vom Specht bearbeitet werden und dann wiederum ein zu Hause für Insekten bietet. Ich sehe leider keine Wildkatze, aber dafür habe ich jetzt ein Verständnis, was die Naturparkverwaltung so macht. Auf dem Weg zurück nach Bad Frankenhausen geht es über den sogenannten „Obstgarten“. Hier werden alte Apfel- und Birnenbäume angepflanzt, damit diese nicht aussterben. Sozusagen wurde eine lebende „Gendatenbank“ angepflanzt und auch hier erkenne ich wieder die Nachhaltigkeit eines Naturparks. Kurz drauf erreichen wir das „Panorama Museum“ und unsere Wege trennen sich. Ich bedanke mich bei Jörg für die vielen Informationen und wende mich der Kunst in Bad Frankenhausen zu.

Das Panorama-Museum

Museen sind ja nicht mein Ding und dieses Museum ist meiner Meinung nach nicht mit einem Museum zu vergleichen. Es ist vielmehr ein riesiges Panoramabild im 360° XXL-Format und definitiv ein Besuch wert. Die Geschichte des Panorama-Museum beschreibt diese Attraktion des Kyffhäusers treffender mit „Bauernkriegspanorama“, das an einer geschichtsträchtigen Stelle errichtet wurde. Mit der Geschichte möchte ich euch nicht langweilen, aber wen es interessiert, der sollte mal bei Wikipedia vorbeischauen.

Am Morgen erklärte mir Jörg, was mich ungefähr erwartet und hat mich neugierig gemacht. Besonders lustig fand ich, dass die Einheimischen die Architektur des Museums als „Elefantenklo“ bezeichnen. Von außen sieht das Museum auch eher nach einem Silo aus, aber irgendwie passt es doch in die Landschaft.

Ich betrete den riesigen Saal, stecke mir den Kopfhörer ans Ohr und bin geflascht von der Dimension und den Farben. Die Leinwand ist 14 Meter hoch, 135 Meter lang und das Bild hat kein Anfang und kein Ende. Ich muss mich auf einen Hocker setzen und lasse alles auf mich wirken. Eine Dame fängt an Teile des Gemäldes zu erklären und ich versuche die Stelle zu finden um die es geht. Die ruhige Stimme ist genau der Gegenpart zu den knalligen Farben und ich versinke in dem Bild und lausche den Erklärungen.

Copyright Vermerk: Thüringen Bad Frankenhausen Panorama Museum. Autor: CMR/Christiane Würtenberger

Copyright Vermerk: Mit freundlicher Genehmigung aus Thüringen Bad Frankenhausen Panorama Museum. Autor: CMR/Christiane Würtenberger

Ich bin überwältigt von den Eindrücken und das, was ich hier gesehen habe. Auf all meinen Reisen habe ich sowas noch nicht erlebt und gesehen. Nach einer knappen Stunde verlasse ich das Panoramabild und jetzt kommt mir wieder etwas von der Entstehungsgeschichte in den Kopf. Begonnen wurde 1976 (damals noch DDR) mit dem Bild, fertiggestellt im Oktober 1987 und die Eröffnung fand am 14. September 1989 statt. Das Panoramabild hatte ja auch eine politische Aussage. Diese kam jedoch nicht mehr großartig zum Ausdruck, denn am 9. November 1989 fiel die Mauer.

Die Barbarossahöhle

Die Barbarossahöhle bei Bad Frankenhausen

Die Barbarossahöhle bei Bad Frankenhausen

Und sitzt der schlafende Barbarossa jetzt in seiner Höhle? Ich habe nachgeschaut, aber habe ihn nicht gesehen. Schade, mich hätte interessiert wie lang sein feuerroter Bart gewesen wäre!

Von Bad Frankenhausen ist es nicht weit zur Barbarossahöhle und so mache ich mich auf den Weg. Am großen Parkplatz ist nicht viel los und ich ärgere mich, dass ich einen Parkschein für 2 Euro kaufen muss. Die 2 Euro sind jetzt nicht viel, aber irgendwie stört mich dies, es vermittelt einen komischen Beigeschmack dem Besucher.

Die Barbarossahöhle empfing mich bei konstanten 9 Grad und die Führung dauert ca. 1 Stunde. Da es draußen 28 Grad sind ziehe ich mir eine Jacke über und freue mich sogar über die zeitliche Abkühlung. Höhlen sind ja generell interessant, aber diese sieht komplett anders aus, als es Höhlen normalerweise tun. Von den Decken lösen sich langsam sogenannte „Gipsplatten“ ab und geben ein ungewohnt schönes Bild ab. Der Guide erklärt dann noch was zur Geologie und daß es nur zwei begehbare Höhlen aus „Anhydritgestein“ auf der Welt gibt.

Mein Highlight – Das Kyffhäuserdenkmal und die Wanderung nach Bad Frankenhausen

Zwischen Bad Frankenhausen und dem Kyffhäuserdenkmal liegen ungefähr 12 Kilometer. Da ich jetzt nicht hoch und runter laufen wollte, fand ich im Internet sofort den „Rufbus“, der mich zum Denkmal hochbringen sollte. Spätestens zwei Stunden vorher muss man unter der Telefonnummer (03915363180 / Bus-Nr. 494 Stand 2016) anrufen und bescheid geben um wieviel Uhr man mitfahren möchte. Mit dem Bus, der auch die Barbarossahöhle ansteuert, ging es gemütlich in ca. 25 Minuten hoch zum Kyffhäuserdenkmal.

Am Kyffhäuserdenkmal ging es dann erst einmal zum Kassenhäuschen um mit der ThüringenCard mir die Eintrittskarte zu holen. Von dort aus sind es nur noch ein paar Schritte bis zum Denkmal. Das Kyffhäuserdenkmal, auch Barbarossadenkmal oder Kaiser-Wilhelm-Denkmal genannt liegt wunderschön innerhalb des Kyffhäusergebirges. Die Größe beeindruckt mich und als ich den Turm betrete und die 247 Stufen hochgehe spüre ich auch die „Größe“! Von oben gibt es dann die ersehnte Aussicht auf den Naturpark Kyffhäuser.

Die Thüringer Bratwurst

Das schmeckt! Eine leckere Thüringer Bratwurst

Das schmeckt! Eine leckere Thüringer Bratwurst

Nach so vielen Stufen hab ich etwas Hunger bekommen. An der Straße gibt es einige Restaurationen und einen Bratwurststand. Für 1,00 Euro gibt es eine Thüringer Bratwurst im Brötchen und das noch auf die Hand. Lecker denke ich und hole mir eine. Die Thüringer war dann so lecker, dass ich mich gleich noch einmal an der langen Schlange anstellte und somit ein richtig gutes und günstiges Mittagessen hatte.

Auf nach Bad Frankenhausen

Das Panorama am Kyffhäuserdenkmal

Das Panorama am Kyffhäuserdenkmal

Gut gestärkt mache ich mich auf nach Bad Frankenhausen. Der Wanderweg beginnt direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Bratwurststandes und ich genieße den Trubel, der dort herrscht, zu entkommen. Der Wanderweg ist schmal, der Boden federt die Schritte ab und die Luft ist frisch. Die Sonne scheint durch die Laubbäume und es geht leicht bergab. So macht wandern Spaß! Ich folge dem Kyffhäuserweg und unterwegs kommen mir immer mal wieder ein paar Wanderer entgegen. Der Weg ist nicht anstrengend und da es mir so viel Spaß macht, laufe ich noch die Runde des Naturpfad am Jugendwaldheim dazu. Nach wunderschönen und erholsamen vier Stunden kam ich dann wieder über den Obstgarten und dem Panorama-Museum zurück nach Bad Frankenhausen.

 

Stadt Bad Frankenhausen

Ich hatte das Glück, dass mich die Vorsitzende des Förderverein Oberkirche Frau Köllen ein wenig durch die Stadt führte und mir dabei viel über den schiefsten (Kirch)Turm der Welt und auch zur Geschichte des Bauernkrieges erzählte. Aber zurück zu der kleinen Stadt! Bad Frankenhausen putzt sich raus. Die ganze Innenstadt lädt mit Cafés, Restaurants und Geschäften ein zu verweilen. Eine tolle und große „Barbarossa-Therme“ befindet sich mitten drin und ab Juni eröffnet noch der „Solewasser-Vitalpark“, nachdem er komplett saniert wurde. Was ich persönlich super fand ist, dass direkt neben der Therme ein Parkplatz für Wohnmobile mit Strom usw. vorhanden ist. Die Stadt ist der perfekte Ausgangspunkt um den Kyffhäuser Naturpark zu erkunden.

Schiefer als der Turm von Pisa

Hättest du gewusst, dass der schiefste Turm der Welt nicht in Italien, sondern im schönen Thüringen steht! Schief ist der Turm wirklich, aber dass er mehr als ein halben Meter schiefer als der „Schiefe Turm von Pisa“ ist, hätte ich nicht gedacht. Ganze 4,60 Meter ist er schief und das kann man von fast überall in der Stadt sehen. Zum Glück konnte er ganz kurz vor dem Abriss gerettet werden und somit bleibt er das Wahrzeichen der Stadt.

Eine Weltreise in Thüringen

Die Terrakotta-Armee im Maßstab 1:2,5 in Wiehe (Thüringen)

Die Terrakotta-Armee im Maßstab 1:2,5 in Wiehe (Thüringen)

Ganz unverhofft viel mir der Flyer „Kultur mit Pfiff – Modellbahn Wiehe“ in der Touristeninformation in die Hände. Modellbahn in Thüringen? Ist die nicht in Hamburg? Meine Neugier war geweckt. Besonders interessant fand ich, dass dort die Terrakotta-Armee im Maßstab 1:2,5 und eine Ausstellung über die Moái´s der Osterinsel gibt. Beides Ziele, die ich mir schon einmal im Original angesehen habe.

Da Wiehe nur 20 Kilometer von Bad Frankenhausen entfernt liegt und die A71 nicht weit entfernt ist, plane ich mir den Besuch für den Heimweg ein.

Nach dem Frühstück starte ich und nach einer kurzen Fahrt erreiche ich die Modellbahn. Von außen bin ich schon einmal von der Größe der Hallen beindruckt. Nachdem ich in der ersten Halle stehe kommt der Initiator Herr Stiegler bei mir vorbei und wir unterhalten uns kurz. Er erzählt mir, dass er diese Anlage in den letzten 18 Jahre Stück für Stück aufgebaut hat und sogar größer sei, als die Modellbahn in Hamburg. Leider war ich noch nicht in Hamburg und kann ddiese Aussage nicht bestätigen. Mir gefallen die Modeleisenbahnen und die Nachbauten wie zum Beispiel das Kyffhäuser Denkmal. Wer durch die Hallen läuft macht eine kleine Weltreise. Von Thüringen nach Hamburg, Berlin, München, weiter nach Wien, Istanbul über London in die USA. Alles schön nachgebaut und mit den dazugehörigen Landschaften. Her Stiegler reiste selber viel und meinte zu mir, dass Züge Länder und Kulturen verbinden und dies soll mit der Anlage verdeutlicht werden. Daher kommt dann auch sein Slogan „Kultur mit Pfiff“!

Was ich beeindruckend fand, war die Terrakotta-Armee, die im Maßstab 1:2,5 dort in einer Halle zu sehen ist. Alle Krieger wurden in China von Hand nachgebildet und somit ist diese detailgetreue Ausstellung einzigartig in der Welt. Wer also nicht nach China kann, der kann sich die chinesischen Krieger auch in Thüringen ansehen.

Weiter geht es auf der Weltreise nach Chile, genauer gesagt an den Nabel der Welt – Die Osterinsel. Dort wurden die 15 Moái´s von Ahu Tongariki Anlage nachgebildet und schließt die Weltreise in Thüringen ab.

Thüringen hat mich wieder so positiv überrascht mit vielem Neuem. Vor zwei Jahren war ich auf dem Rennsteig unterwegs, erkundete Eisenach und genoss die Sonne auf Erfurts Piazza´s! Ich glaube, mein nächstes Ziel in Thüringen wird der Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich werden.

 

Weitere Infos und Links zum Kyffhäuser Naturpark:

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Weitere Infos und Links zu einer Reise nach Thüringen:

Disclaimer: Meine Reise wurde unterstützt durch die Thüringen Tourismus GmbH

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Jens

Mein Slogan lautet „Reisen macht süchtig“. In Südafrika infizierte ich mich vor über 10 Jahren mit dem Reise-Virus und seit dem ist das Reisen meine Leidenschaft. Ich bereist gerne unbekannte Länder und schreibe über meine einzigartigen Abenteuer hier im Blog und möchte dich inspirieren selber auf Reise zu gehen.
Ich würde mich freuen, wenn du uns auch bei Face, Twitter & Co. verfolgen würdest.

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