Afrika Südafrika

Lions Head Wanderung: 2,1 Kilometer, 371 Höhenmeter und der Blick über Kapstadt

LIONS HEAD – a favourite place
LION´S HEAD – a favourite place

Die Wanderung auf den Lions Head bietet spektakuläre 360-Grad-Ausblicke über die Table Bay von Kapstadt, den Blick auf den gegenüberliegenden Tafelberg und die Mother City Cape Town. Die Wanderung oder Besteigung des Lions Head sollte auf jeder „Bucket List“ eines Kapstadt-Besuchers stehen. Du fragst dich, ob deine Kondition reicht? Dann hier die gute Nachricht: die Lions Head Wanderung ist für jeden möglich. Bei all meinen Kapstadt-Besuchen war ich noch nie auf dem Lions Head, das war ein großer Fehler, aber dieses Mal war der Lions Head fällig.
Der Gipfel des Lions Head liegt 669 Meter über dem Meer. Vom Parkplatz an der Straße zum Signal Hill sind es 2,1 Kilometer und 371 Höhenmeter, zu Fuß rund eine Stunde. Ein Ticket brauchst du nicht, der Weg ist frei zugänglich. Die letzten Meter vor dem Gipfel gehen über Leitern und Kletterhaken im Fels.

Der Aufstieg: Spektakuläre Aussichten am laufenden Band

Zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang hoch auf den Lions Head? Ich habe mich aus zwei Gründen für die Lions Head Wanderung zum Sonnenuntergang entschieden. Erstens wollte ich nicht so früh aufstehen und zweitens habe ich mich mit Freunden aus der Sprachschule nachmittags zum Aufstieg verabredet. Nachmittags ist es dann auch angenehm warm und vor allem kann man vormittags schon am Wetter erkennen, ob sich abends der Aufstieg lohnt.

Der Aufstieg auf den Lion's Head beinhaltet auch etwas klettern

Der Aufstieg auf den Lions Head beinhaltet auch etwas klettern

Nachmittags um 16.30 Uhr treffen wir uns in Green Point und fahren mit einem Chauffeur von Uber zum Startpunkt des Weges, der auf der Straße zum Signal Hill liegt. Die Fahrt dauert eine gute Viertelstunde, so dass wir kurz vor fünf starten können. Der Weg ähnelt einer Spirale und ringelt sich um den Lions Head hoch. Ab dem Startpunkt ist der Weg noch wunderbar ausgebaut und die Ausblicke auf den Tafelberg, die 12 Apostel und Camps Bay sind wunderschön. Ab der Hälfte des Weges, auf der Seite von Sea Point, ändert sich die Beschaffenheit des Weges, er wird jetzt enger und es müssen immer wieder Steinabsätze erklommen werden. Die Aussicht ändert sich und Robben Island und Kapstadt liegen jetzt unter mir. Nach ein paar weiteren Metern ändert sich der Weg so weit, dass jetzt Leitern am Fels liegen, um diese zu erklimmen. Kurz darauf kommt es zu einem kleinen „Stau“. Das Nadelöhr besteht aus Kletterhaken, die in die Felswand eingelassen sind. Es geht nun fast senkrecht nach oben, Sicherungen gibt es wie immer in Afrika nicht, aber wer sich gut festhält, überwindet diese auch ohne Probleme. Der Weg setzt sich jetzt bis zum Gipfel in dieser Art und Weise fort. Die Wanderung ist nur 2,1 Kilometer und die 371 Höhenmeter sind nicht schwer zu überwinden, da diese meistens „erklettert“ werden. Nach einer guten Stunde stehen wir alle oben auf dem Lions Head und genießen jetzt schon die Aussicht.

Wann ist die beste Zeit für die Lions Head Wanderung?

Die beste Wanderzeit zum Aufstieg ist in den Monaten September bis April, jedoch ist der Lions Head ganzjährig zu besteigen und es lohnt sich immer bei gutem Wetter!

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Lions Head Hike zum Sonnenuntergang

Ein Sundowner muss mit

Ein Sundowner muss mit

Jetzt zeigt sich, wer die Lions Head Wanderung gut geplant hat. Neben einer Flasche Wasser sollte auch eine Flasche Wein im Rucksack sein! Einen guten Platz für den Sonnenuntergang wirst du immer finden, denn im Gegensatz zum Tafelberg kommt hier nur derjenige rauf, der auch selber hochgelaufen ist. Nachdem wir ein paar Fotos gemacht haben, fängt das Schauspiel „Sunset“ nach kurzer Zeit an. Über dem Meer ändert sich langsam die Farbe vom Himmelblau ins Rosa und weiter zum Violett. Ich blicke über meine Schulter nach hinten und sehe den Tafelberg im warmen roten Sonnenlicht. Die Sonne geht unter und die Farben sind der Wahnsinn. Nach einer guten halben Stunde setzt die Dämmerung ein und wir entscheiden uns, langsam aufzubrechen. Von unten dröhnen Feuerwehrsirenen und wir sehen einen kleinen Brand auf dem Signal Hill.

Tipps für den sicheren Abstieg bei Dämmerung

Der Abstieg ist leichter als ich beim Aufstieg dachte. Die Lichtverhältnisse werden zwar nicht besser, aber dafür die Aussicht auf Kapstadt, das sich gerade für den Abend bereit macht. Mein Tipp: Nimm eine Taschenlampe mit, oder besser eine Kopflampe zum Ausleuchten des Weges. Die Lichter leuchten und ich weiß nicht warum Städte bei Nacht von oben immer so berauschend aussehen. Als wir die Seite des Signal Hill erreichen, sehen wir, wie schnell sich das kleine Feuer ausgebreitet hat. Sirenen sind immer noch zu hören und das Feuer ist anscheinend nicht leicht zu löschen. Leider brennt es zu oft und der Boden ist leider immer zu trocken. Weiter geht es um den Lions Head herum und als wir die Camps Bay Seite erreichen wird der Weg auch wieder breiter. Nach einer Stunde sind wir wieder am Parkplatz und ordern uns ein Uber Taxi und fahren in die Stadt zurück.

Tafelberg oder Lions Head: welcher Aufstieg passt zu dir?

Die beiden Berge stehen nebeneinander, sind aber zwei sehr verschiedene Tage. Auf den Tafelberg fährt eine Seilbahn, zu Fuß dauert der Aufstieg dort dreimal so lange wie auf den Lions Head. Hier oben kommt nur an, wer selbst gelaufen ist, dafür siehst du den Tafelberg von einer Seite, die du vom Plateau aus nie zu sehen bekommst.

Lions HeadTafelberg über die Platteklip Gorge
Gipfelhöhe669 Meter1.086 Meter
Strecke2,1 Kilometer2,8 Kilometer
Anstieg371 Höhenmeter668 Höhenmeter
Gehzeit hochrund 1 Stunderund 3 Stunden
Seilbahnkeineja, auch für den Abstieg
Schwieriges StückLeitern und Kletterhaken kurz vor dem Gipfeldurchgehend Stufen in der Schlucht

Wenn du nur einen Nachmittag frei hast, nimm den Lions Head. Wenn du mehr Zeit mitbringst und die großen Routen willst, findest du sie in meinem Überblick zum Wandern in Kapstadt.

Mein Fazit: Warum der Lions Head mein Lieblingsort in Kapstadt ist

Was für eine Aussicht vom Lion's Head auf den Tafelberg

Was für eine Aussicht vom Lions Head auf den Tafelberg

In den letzten zehn Jahren war ich so oft in Kapstadt, aber war vorher noch nie auf dem Lions Head. Jetzt kann ich sagen, dass ich das Beste in Kapstadt immer ausgelassen hatte. Für die Zukunft ist das „My favourite place in Cape Town“ und werde immer wieder hochlaufen, um die Aussicht zu genießen! Mein Tipp für dich: erlebe Kapstadt einmal von oben. Wer zum Sonnenuntergang nicht alleine auf den Lions Head wandern möchte, kann das auch mit einer organisierten Tour machen.

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Mehr Informationen

FAQ: Alles, was du zur Lions Head Wanderung wissen musst

Bevor du deine Wanderschuhe schnürst und dich auf den Weg zum Gipfel machst, gibt es ein paar wichtige Details zu beachten. Eine gute Vorbereitung sorgt dafür, dass du den Aufstieg ohne böse Überraschungen genießen kannst, egal ob es um die richtige Ausrüstung oder das passende Timing geht. Damit du genau weißt, was dich erwartet, habe ich dir hier die wichtigsten Eckdaten und Fakten übersichtlich zusammengefasst.

Welche Kondition ist für den Aufstieg nötig?

Eine normale Fitness und Kondition reicht völlig aus und du musst kein durchtrainierter Athlet sein. Der Unterschied lag dann halt in der Zeit, die man brauchte, um oben anzukommen, aber Pausen sind in Ordnung und die Aussicht ist dazu grandios.

Wie viel Zeit benötigt man für die Lions Head Wanderung?

Ich denke, dass sich die Aufstiegszeit zum Gipfel des Lions Head danach richtet, wie fit jeder ist und wie viele Pausen eingelegt werden. Ich bin jetzt nicht die Sport- und Fitnesskanone und habe eine Stunde gebraucht, allerdings mit vielen Fotostopps und kleineren Pausen zum Durchatmen. Ich gehe davon aus, dass gut durchtrainierte Wanderer es in einer halben Stunde schaffen und Genusswanderer etwas länger brauchen. Ich denke jedenfalls, dass es jeder in ein bis eineinhalb Stunden schaffen wird.

Wie hoch ist der Lions Head?

Der Gipfel liegt 669 Meter über dem Meer. Der Startpunkt an der Straße zum Signal Hill liegt auf rund 300 Metern, du steigst also 371 Höhenmeter. Der Tafelberg nebenan ist mit 1.086 Metern gut 400 Meter höher, der Signal Hill mit rund 350 Metern nur halb so hoch.

Ist die Lions Head Wanderung gefährlich?

Die erste Hälfte ist ein breiter, gut ausgebauter Weg. Danach wird es enger, es kommen Steinabsätze, Leitern und kurz vor dem Gipfel ein Stück mit Kletterhaken im Fels. Sicherungen gibt es dort keine. Wer schwindelfrei ist und sich festhält, kommt ohne Probleme hoch, an der Engstelle bildet sich zum Sonnenuntergang aber schnell ein kleiner Stau. Für den Abstieg im Dunkeln brauchst du eine Kopf- oder Taschenlampe.

Was kostet die Wanderung auf den Lions Head?

Nichts. Der Berg gehört zum Table Mountain National Park, für den Wanderweg brauchst du aber weder Ticket noch Eintritt. Eine Seilbahn wie am Tafelberg gibt es hier nicht, also fällt auch dieser Preis weg. Geld kostet nur die Anfahrt oder eine geführte Tour, wenn du nicht allein laufen möchtest.

Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, wann lohnt sich der Aufstieg mehr?

Ich bin zum Sonnenuntergang hoch, aus zwei Gründen: ich musste nicht früh aufstehen, und am Vormittag siehst du schon am Wetter, ob sich der Abend lohnt. Zum Sonnenaufgang ist weniger los und die Luft ist oft klarer, dafür läufst du beide Wege im Dunkeln. Wann die Sonne in Kapstadt untergeht, hängt vom Monat ab, im Juni gegen 17.45 Uhr und im Januar erst gegen 20.01 Uhr. Die ganze Tabelle steht in meinem Artikel zur Sunset Cruise in Kapstadt.

Wie kommst du zum Startpunkt der Lions Head Wanderung?

Der Weg startet am Lion’s Head Hike Parking an der Straße zum Signal Hill. Von Green Point aus bist du mit Uber in einer guten Viertelstunde dort. Parken kannst du direkt am Startpunkt.

Was solltest du für die Lions Head Wanderung einpacken?

Wasser, feste Schuhe und eine Kopflampe, wenn du im Dunkeln absteigst. Für oben lohnt sich eine Flasche Wein und etwas zu knabbern, der Sundowner auf dem Gipfel ist der halbe Grund für den Aufstieg. Eine Jacke schadet nicht, nach Sonnenuntergang wird es auf 669 Metern schnell frisch.

Bilder von der Lions Head Wanderung

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Über den Autor

Jens Lüdicke

Ich bin Jens – Reiseblogger, Weltreisender und leidenschaftlicher Backpacker. Seit 2004 entdecke ich die Welt auf eigene Faust – von Afrika über Südamerika bis Südostasien – und teile auf Overlandtour.de ausschließlich meine echten Erfahrungen.
Meine Reiseberichte basieren auf persönlichen Erlebnissen, intensiver Recherche und vielen Stunden Arbeit, damit du ehrliche, praxisnahe Tipps für deine eigene Reise bekommst – besonders im Budgetbereich.
Mit über 20 Jahren Reiseerfahrung möchte ich dich inspirieren, selbst loszuziehen und die Welt abseits der typischen Touristenpfade zu entdecken.

7 Kommentare

  • Ich kann wirklich dringend davon abraten nur zu Zweit hoch zu wandern!
    Ich bin mit meinem Mann im Oktober vom Parkplatz aus los gelaufen. Es war am frühen Morgen, allerdings war die Sonne schon am aufgehen, also es war definitiv hell und man brauchte keine Lampe mehr. Es waren auch mehrere am Berg unterwegs… wir wurden unterwegs überholt, der Parkplatz war voll etc.
    Leider waren wir an einer Stelle nur zu Zweit, da kam uns ein dunkelhäutiger Mann entgegen. Als dieser auf unserer Höhe war hat er mich gepackt und mir ein Messer vor die Brust gehalten. Wir wurden ausgeraubt… und sind überglücklich, dass wir nichts als Schürfwunden und blauen Flecken hatten!!!
    Falls ihr hoch wandern wollt am besten nur in großen Gruppen und schaut, dass ihr euer Handy im Notfall aus der Ferne sperren könnt. Das ist etwas was man nie erleben will!

    • Hallo Kathrin,
      das tut mir leid, dass ihr solch eine Erfahrung machen musstet. Das trübt den ganzen Urlaub (und mehr) ein. Ja geröhrt habe ich das schon öfters, aber meisten am Tafelberg, wo es unübersichtlicher ist. Hoffe ihr Beiden habt das Ereignis gut verdaut und hattet noch ein paar schöne Tage am Kap.
      VG Jens

  • Hallo Jens,

    auf den Lion´s Head sind wir auch hoch – mit Baby. Ich glaube das haben noch nicht so viele gemacht ;-) Kumpel die oft unten sind hatten mir gesagt, dass wir das schon meistern können – die hatten auch kein Baby auf dem Rücken!
    Man sollte erwähnen, dass es ja auch die Nicht-Klettern-Route gibt. Da ist der Weg etwas weiter, aber einfacher. Diese Variante hatten wir gewählt, den klettern mit Baby ist nicht so easy. Mein Mann hat es sich nicht getraut, daher hatte ich den Kleinen (damals 9kg) auf dem Rücken. Dafür hat er ihn runtergetragen…
    War ein echt tolles Erlebnis, würde ich auch fast jedem raten. Jedem der fit ist und keine Höhenangst hat, denn ohne ist es ja nicht.
    Nochmals schönen Gruß!

    • Hallo Mel,

      wow mit Kind hinten drauf hochlaufen respekt! Hmm, ich habe gar kein Weg gesehen, der ganz hoch geht auf den Lion´s Head? Erst ist es ja laufen und dann geht es irgendwann doch nur noch über die Kletterwege? Hmmm… da muss ich mal schauen, wenn ich wieder in Kapstadt bin.

      Viele Grüße
      Jens

  • Wow. Das sieht klasse aus. Wenn ich das nächste mal in Kapstadt bin, werde ich so halten wie du.
    Noch ein Tipp für den Tafelberg. Ich war dieses Jahr bei schlechtem Wetter oben. Das lag daran, weil ich nicht ein zweites Mal in Kapstadt sein wollte, ohne auf dem Tafelberge gewesen zu sein. Und es hat sich so gelohnt!! Einmal ist die Stimmung unbeschreiblich schön und man ist fast alleine dort oben. Zum anderen öffnen sich durch die Feuchtigkeit die Verschiedenen Pflanzen dort oben und die Gerüche sind der Hammer. So eine unglaublich würzige Luft. Das fand ich total klasse.

    Liebe Grüße,

    Lynn

    • Hallo Lynn,

      ja auf den Lions Head musst du hoch das nächste Mal! Der Tafelberg bei Regen kann ich mir gut vorstellen, außer die Wolken hängen so tief oder Nebel ist oben weil du dann eher eine schlechte Aussicht hast. Bei Sonne ist halt immer als schöner im Leben :-)

      Liebe Grüße
      Jens

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