Backpacker Weltreise Blog OVERLANDTOUR

Eine Woche Jugoslawien in Novi Sad an der Donau
Vielen Dank an die Familie Latkovic, die mich super nett aufgenommen und verpflegt hat.

Tag 1: (23.09.2002)

Um 5.00 Uhr sind wir in Frankfurt losgefahren, die Fahrt nach Novi Sad führte über Österreich, Ungarn, wo die Zollbeamten es gar nicht lustig finden, wenn man Fotos an der Grenze macht, weiter nach Jugoslawien. Die Fahrt wird erst am letzten Ende von Ungarn unangenehm, da dort dann die Autobahn aufhört, es gibt halt keine und auf der Landstraße weiter geht. Dort fahren eigentlich nur Verrückte, die überholen um jeden Preis und nehmen keine Rücksicht auf Verluste, also immer Augen aufhalten. An der Grenze zu Jugoslawien hatten die Zollbeamten unsere Fahrgestellnummer im Visier, aber sechs Augen haben es schließlich doch geschafft die FIN von Rahmen und Schein zu überprüfen, also ging es jetzt zu der jugoslawischen Grenze. Dort erstmal schnell ein Visum geholt (kostete € 6,70/jetzt kann man das Visum nur noch vorher im Konsulat beantragen) und weiter ging es. Die Autoahn in Jugoslawien sieht folgender maßen aus. Zwei Spuren und ein Standstreifen, aber nur in eine Richtung und es gibt keine Leitplanken in der Mitte. Die Standspur wird von LKW´s und langsamen Autos benutzt. Wenn ein Auto überholt, dann benutz es einfach die Nachbarspur. Ein kleiner Tipp! Die Polizei steht oft unter Brücken und alle drei bis vier Kilometer gibt es eine, also dann Fuß vom Gas und nur 120 km/h fahren, sonst wird es teuer! So gegen 18.00 Uhr sind wir dann in Novi Sad angekommen, haben Hallo gesagt und sind dann noch mal auf die Festung von Novi Sad gefahren. Übrigens als wir dort angekommen sind hat mich an eine Mischung von unserer DDR und den USA erinnert. Die Abgase wie zu Honeckers Zeiten und die bunte Lichtreklame wie in den Staaten. Nach einem guten Essen schiefen wir den nächsten Tag hinein.

Tag 2: (24.09.2002)
Erstmal schön ausgeschlafen, gefrühstückt und ab in die Stadt. Aber vorher noch mal auf die Festung von der man einen wunderschönen Blick über die Donau und die Stadt hat. Die Festung wurde 1692 bis 1780 gebaut, erstreckt sich über 112 Hektar und hat 16 km unterirdischer Sprenglager und Gänge. Daher wurde sie auch „Gibraltar an der Donau“ genannt. Der Turm mit der Uhr wurde erbaut, damit die Bewohner von Novi Sad und die Schiffer auf der Donau die Uhrzeit ablesen konnten, dabei zeigt der große Zeiger die Stunden und der kleine Zeiger die Minuten an. Nach einem kleinen Rundgang auf der Festung sind wir in die Stadt und haben uns dort ein wenig umgesehen. Auf die Frage in einem CD-Laden, ob sie auch Originale verkaufen, sagte der Verkäufer „Was ist schon original in diesem Land?“. Es ist halt so ein Art rechtsfreier Raum. Den Rest des Nachmittags sind wir noch durch die Stadt gelaufen, dabei sollte man unbedingt auf den Straßenverkehr achten, da die Einheimischen fahren wie die Henker. Deshalb schnell noch einmal ein Tipp: Wenn die Fußgängerampel Grün zeigt nicht einfach los laufen, sondern nochmals schauen, dass kein Auto kommt und ein Zebrastreifen ist keine Garantie das man gesund über die Straße kommt, den anhalten tut dort keiner. Am Abend waren wir noch mal an das Rathaus gelaufen, wo eine ultra nationale Partei eine Wahlkampfveranstaltung abhielt, da am Sonntag darauf Präsidentschaftswahlen von Serbien waren. Bei der Versammlung wurden die anderen Parteien und Politiker auf äußerste Beleidigt, aber das ist dort wohl normal.

Tag 3: (25.09.2002)
Heute geht es nach Belgrad, aber vorher muss ich mich noch mit meiner Gastfamilie bei der Polizei anmelden. Das Formular hat erstmal 30 Dinar (ca. 50 Cent.), ein bisschen Schreibarbeit des Polizisten und die Anmeldung war geschafft. Also jetzt könnten wir zum Busbahnhof fahren. Dort angekommen schnell eine Fahrkarte nach Belgrad gekauft und an den Bus gegangen. Was heißt da Bus, bei uns würde man eher Selenverkäufer nennen. Die Fahrt von Novi Sad nach Belgrad dauert ca. 70 min., wenn nicht auf der Autobahn ein anderer Bus steht, dem die Luft ausgegangen ist. Also nach einer Viertelstunde hatten wir die anderen Reisenden aufgenommen und weiter ging es. In Belgrad angekommen sind wir vom Busbahnhof in die Stadtmitte gelaufen. Als erstes sind wir an den alten Polizei Hauptquartieren vorbei gelaufen und haben schnell mal Fotos gemacht. Die Häuser haben die Amis 1999 genau getroffen, obwohl die Häuser genau in der Stadt liegen. Da wir keinen Plan hatten sind wir der Nase lang gelaufen und lagen dabei gar nicht so falsch. Nach einer Weile sind wir an einer riesen großen Kirche angelangt, deren Namen ich leider nicht kenne, aber es sollen angeblich bis zu 30000 Leute Platz haben wenn sie fertig ist was aber das wird noch eine weile dauern. Während des zweiten Weltkrieges soll die Kirche als Garage für deutsche LKW´s genutzt worden sein. Aufgefallen ist mir hier, dass die Autofahrer genauso verrückt fahren wie in Novi Sad und die Fußgängerwege werden als Parkplätze benutzt. Die Busse und Straßenbahnen würden bei uns auch nicht mehr fahren, aber dort fährt alles noch, was man mit Presto und Farbe zusammen halten kann. Des weitern sind wir noch an der Markuskirche (ich hoffe, der Name ist richtig) vorbeigekommen, in der der Sarg des letzten Königs von Jugoslawien steht, das Gebäude der Telekom Serbien, dem serbischen Parlament und noch einigen anderen Gebäuden. Am Ende waren wir noch auf der Festung von Belgrad, von der man auch einen wunderschönen Ausblick über die Stadt hat und die zwei Flüsse Donau und Save sieht, die sich dort treffen. Danach haben wir noch einen Pleskavica-Burger zu uns genommen und mit einem anderen Selenverkäufer zurück gefahren.

Tag 4: (26.09.2002)
Erstmal wieder schön ausgeschlafen, gefrühstückt und ab in die Stadt, eigentlich wollten wir mal so richtig shoping machen, aber nach dem wir durch ein Einkaufzentrum durch waren haben wir es doch vorgezogen noch weiter durch die Stadt und an der Donau zulaufen. Es gibt viele Parks, kleine Märkte und viele viele neue Gebäude die dort entstehen. Nachdem wir wieder im Zentrum angekommen waren, war es Zeit einen kleinen Happen zu essen. Da wir ein 2 Sternen Chinesen gesehen hatten und das Menü nur 150 Dinar / € 2,20 teuer war entschlossen wir uns dort was zu essen. Das Essen war nicht schlecht, aber die Sterne waren, wie schon mal erwähnt, nicht original. Am Nachmittag sind wir nochmals auf die Festung und haben eine kleine Führung gemacht, danach sind wir noch auf die letzte zerstörte Brücke gegangen und haben uns die noch angesehen. Die EU zahlt jetzt immerhin die Kosten für die Bergung der Brückenteile aus der Donau. Am Abend waren wir noch mal auf der Festung und den Ausblick bei Nacht zu genießen.

Tag 5: (27.09.2002)
Heute waren wir den Tag über zu Hause, da wir leider kein Auto hatten, aber das war nicht so schlimm, da wir Sat-TV hatten. Am Abend hatten wir wieder ein Auto sind in die Stadt gefahren, haben ein Internetcafe gesucht und dann mal nachgesehen, ob wir wichtige Post bekommen haben. Danach sind wir wieder Richtung Wohnung gefahren und haben wieder mal super gegessen und danach glücklich geschlafen.
Tag 6: (28.09.2002)
Heute wollten wir dann doch shopen gehen, aber leider stand uns erst am Nachmittag das Auto zur Verfügung. Dadurch sind wir erst am späten Nachmittag in der Stadt gewesen und viele Geschäfte waren schon zu. Aber auf einen kleinen Markt konnten wir unseren letzten Dinar loswerden. Am Abend sind wir dann mit Oli´s Onkel noch essen. Wir haben schön Spanferkel und Lamm gegessen, die an einem Stück vor dem Lokal gegrillt wurden. Es war wirklich sehr lecker. Danach habe ich noch so einiges von Leben in Jugoslawien erfahren. Z.B. ein Normalverdiener bekommt im Monat ca. € 150,00 und muss für eine 2-Zmmerwohnung ca. € 120,00 zahlen. Das Auto´s nicht bei der Zulassungsstelle umgemeldet werden, da man sonst 5% des Listenpreis als Steuer zahlen muss und man das umgehen kann, wenn man eine Art „Übergabevertrag“ macht. Die Geschäfte keine Steuern zahlen, der Bus das billigste Verkehrsmittel ist. Leider konnte er auch nicht genau sagen, wie die ganzen Mega-Häuser von den Leuten bezahlt werden.

Tag 7: (29.09.2002)
Da Oli eigentlich seinen Vectra verkaufen wollte, aber durch noch kurz vorher eingeleitet Reparaturarbeiten, ein Teil vom Motor abgebrochen ist, wir das Ersatzteil am Samstag nicht mehr kaufen konnten, so sind wir auf einen großen Bazar gefahren um das Teil zu kaufen. Auf diesen Bazar kommen die Verkäufer aus allen Nachbarländern, natürlich östlich, von Jugoslawien. Das Ersatzteil haben wir nicht bekommen, die Gelbsucht zum Glück auch nicht und bestohlen hat uns auch keiner. Am späten Nachmittag sind wir noch ein wenig durch die Stadt gelaufen haben noch so einiges gegessen. Abends haben wir uns vor den Fernseher gesetzt, da wir am nächsten Tag heimfahren wollten.

Tag 8: (30.09.2002)
So gegen 11.00 Uhr haben wir uns auf den Heimweg gemacht, allerdings mit dem Auto von Oli´s Vater, da der Motor von Vectra jetzt komplett auseinander genommen war. An der Grenze nach Ungarn haben die Zöllner uns zweimal kontrolliert. So gegen 24.00 Uhr sind wir gesund und glücklich zu Hause angekommen.

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Jens

Mein Slogan lautet „Reisen macht süchtig“. In Südafrika infizierte ich mich vor über 10 Jahren mit dem Reise-Virus und seit dem ist das Reisen meine Leidenschaft. Ich bereist gerne unbekannte Länder und schreibe über meine einzigartigen Abenteuer hier im Blog und möchte dich inspirieren selber auf Reise zu gehen.
Ich würde mich freuen, wenn du uns auch bei Face, Twitter & Co. verfolgen würdest.

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