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Wanderrast am Rennsteig
Wanderrast am Rennsteig

Rennsteig Etappe 8 Ebertswiese zum Hubertushaus (Ruhla)

Der Junge Mann von gestern hatte Recht behalten! Ich starte meine wieder an der Ebertswiese und lief los. Die Rennsteig Etappe 8 führte durch den Wald und mir kommt es so vor, als ob der Wald immer heller wird, ich meine damit das Grün der Bäume.

Jetzt geht’s ab – nach oben! Der große Inselsberg ruft!

Kurz vor dem Inselsberg

Kurz vor dem Inselsberg

Bis zum Anstieg des „Großer Jagdberg“ läuft der Rennsteig ziemlich eben. Vor dem „Großer Jagdberg“ steht ein Schild 3,4 km bis zum Inselsberg. Ich dachte jetzt geht es langsam rauf zum Inselsberg, aber weit gefehlt. Die Steigung zieht an und mir kommt der Spruch meines nepalesischen Guides in den Kopf, als wir um Kathmandu herum wandern waren. Er bezeichnete damals solch eine Steigung als „Nepali Flat“, ich komme jedoch ganz gut ins schwitzen und aus der Puste.

Das sollte aber nicht das letzte Mal bleiben, denn kurz nach dem Anstieg geht es bereits wieder runter. Ich wundere mich, da in bereits knapp 3 km der Inselsberg kommen soll. Das Spiel wiederholt sich jedoch nochmals mit dem „Kleinen Inselsberg“, bevor es dann zum „Großen Inselsberg“ hoch geht. Die letzten 700 Meter sind dann wirklich zum kraxeln, aber die empfand ich gar nicht so schlimm, denn es gibt immer wieder schöne Aussichtsplätze an denen ich verschnaufen kann.

Pünktlich zum Mittag ist der Inselsberg geknackt!

Den Inselsberg bewältigt - I did it

Den Inselsberg bewältigt – I did it

Um viertel nach Zwölf stehe ich oben und somit gönne ich mir wieder eine Thüringer Bratwurst. Ich komme ein wenig ins Gespräch mit dem Bratwurstverkäufer und er meint nun hast du es ja fast geschafft! Ich denke das auch und genieße die Aussicht. Auf der einen Seite kann ich Oberhof und sogar den Schneekopf sehen, etwas weiter links dann Eisenach. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn ich daran denke, dass ich die Strecke gelaufen bin! Ich bin schon etwas stolz auf mich :-).

Ich werde langsamer und etwas Wehmut kommt auf

Ich laufe bergab und durch den schönen grünen Wald und bemerke, dass ich plötzlich langsamer unterwegs bin. Es ist schon komisch, denn der Inselsberg war immer ein Punkt für mich, der mir sagte jetzt hast du es gleich geschafft. Die ganze Zeit habe ich mich auf das Bezwingen gefreut, doch jetzt merke ich, wie mein Unterbewusstsein sich dagegen sträubt.

Ich bin nun eine Woche unterwegs und ich habe mich so an das Wandern, die frische Luft und die Ruhe gewöhnt – und jetzt? Nach ein paar Kilometern komme ich hinter den Grund – Morgen ist Schluss mit dem Rennsteig in Thüringen. Ein komisches Gefühl! Hast Du auch schon mal solch ein Gefühl auf einer deiner Reisen gehabt?

Eine wundervolle Aussicht – Der perfekte Rastplatz

Die Aussichten auf den Rastplätzen sind einfach klasse

Die Aussichten auf den Rastplätzen sind einfach klasse

Ich habe heute nicht mehr weit bis zu meinem Etappenziel, es müssten noch knapp 4 km sein. Da sehe ich das Schild „Ehrenmal Glöckner 0,2 km“. Ich denke, das liegt nicht weit ab vom Weg und schau mir das mal an. Es sind ein paar Felsen, auf denen man eine atemberaubende Aussicht hat. Es sitzen auch schon ein paar Wanderer da, die ihre Rast machen. Ich mache ein Foto und wir unterhalten uns kurz.

Jetzt geht es weiter bis zum Hubertushaus und kurz bevor ich ankomme fängt es leicht an zu regnen. Ich komme noch fast trocken an, aber 2 Stunden später scheint schon wieder die Sonne.

 

Die Rennsteigerkenntnis des Tages

Auch wenn ich es nicht wahr haben will, morgen geht es auf die letzte Etappe

 

Rennsteig Etappe 9 Hubertushaus (Ruhla) nach Hörschel

Die letzte Etappe – Ich kann es gar nicht fassen! Kennst du das, du hast ein Ziel und denkst das ist noch soweit entfernt und nun ist es plötzlich da! Daran erkenne ich jedenfalls, dass es mir richtig spaß gemacht hat, geht es dir genauso?

Entspanntes Auslaufen!?

Auf dem Höhenprofil sieht der Weg wie „Auslaufen“ aus und ich denke höchstens bei der „Hohen Sonne“ kommt noch einmal ein kleiner Anstieg. Die Hohe Sonne enttäuscht mich, der Anstieg muss wohl umgekippt sein. Aber im weiteren Verlauf kommen immer wieder einmal kleinere Anstiege, die mich doch noch mal ins Schwitzen bringen.

Die letzte Rast – Die Wilde Sau

Der Rastplatz - Die Wilde Sau - Im Hintergrund die Wartburg

Der Rastplatz – Die Wilde Sau – Im Hintergrund die Wartburg

11,2 Kilometer vor Hörschel mach ich an dem Rast- und Aussichtsplatz „Wilde Sau“ noch mein zweites Frühstück. Mit dem Blick auf die Wartburg hole ich mein Brötchen und die Flasche Wasser raus. Was brauche ich mehr, frische Luft, eine tolle Aussicht, die Sonne lacht – Das ist Erholung pur!

Auf den letzten Kilometern verändert sich das Grün und die Landschaft. Das Grün wird noch heller. Mir kommt es vor, dass es mehr Laubbäume gibt und ich komme an mehr Weiden vorbei.

Die Werra liegt so friedlich da

Der Stein fällt in die Werra und beendet meine Runst

Der Stein fällt in die Werra und beendet meine Runst

Ich erreiche den Start oder in meinem Fall das Ende des Rennsteigs. Ich hole mein Stein aus dem Rucksack und sage ihm „Leb wohl“. Mit einem kleinen Wurf fliegt der Stein in die Werra und somit beende ich meine Runst. Ich bin stolz auf meine eigene Leistung und zufrieden es geschafft zu haben, schließlich bin ich völlig untrainiert nach Blankenstein gefahren und mein Rucksack hat mit Wasser um die 14 kg gehabt.

Wenn mich heute jemand fragt, lohnt es sich? Dann würde ich ihm antworten „Auf alle Fälle“!

 

 

Die Rennsteigerkenntnis des Tages

I did it! It was a great time – Thx!


 

Der Große Inselsberg

Der Große Inselsberg ist mit seinen 916,5 Metern der vierthöchste Berg Thüringens. Den schönsten Tal Blick erhält man auf der Nordseite wenn man über den Rennsteig kommt. Aber auch in alle anderen Richtungen gibt es schöne Aussichten. (Der alte Telekomunikationsturm wurde zu einem Aussichtsturm umgebaut und beherbergt auch ein Informationszentrum.) Eine 1000 Meter lange Sommerrodelbahn gibt es auf dem Großen Inselsberg.

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Weitere Infos und Links zu einer Reise nach Thüringen:

Disclaimer: Meine Reise wurde unterstützt durch die Thüringen Tourismus GmbH

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Jens

Mein Slogan lautet „Reisen macht süchtig“. In Südafrika infizierte ich mich vor über 10 Jahren mit dem Reise-Virus und seit dem ist das Reisen meine Leidenschaft. Ich bereist gerne unbekannte Länder und schreibe über meine einzigartigen Abenteuer hier im Blog und möchte dich inspirieren selber auf Reise zu gehen.
Ich würde mich freuen, wenn du uns auch bei Face, Twitter & Co. verfolgen würdest.

5 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Danke für diesen tollen Bericht!!!
    Ich habe die gleiche Tour Ende Oktober auf dem Plan, gleiche Richtung, allerdings in sechs Etappen.
    Es ist übrigens so, dass die Runst in geraden Jahren von Blankenstein nach Hörschel und in ungeraden umgekehrt gelaufen wird.

    • Hallo Frank,

      da hast du schöne sechs Tage vor dir! Ich wollte auch erst in sechs Etappen laufen, das ist dann schon sportlich. Ich denke, daß es nach drei, vier Tagen bei ca. 32 km pro Tag schon etwas anstrengender wird. Aber du wirst das schaffen und spaß haben!
      Das mit den geraden und ungeraden hatte ich auch mal gelesen, aber da wir dieses Jahr ein „Gerades“ haben, hätten ja mehr so starten müssen! Ich persönlich würde den Weg von nur von Blankenstein aus laufen, egal was für ein Jahr 🙂

      Ich wünsche dir eine gute „Runst“ und bleib gesund!!
      Jens

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