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Shosholoza Meyl Train – South Africa
Shosholoza Meyl Train – South Africa

Mit dem Shosholoza Meyl Zug durch Südafrikas wunderschöne Landschaften fahren ist nicht traumhaft schön, sondern auch ein kleines Abenteuer. Mit dem Flugzeug ist die Strecke Kapstadt nach Johannesburg in knappen zwei Stunden erledigt, aber dann hat man nichts gesehen. Wenn man es eilig hat, dann ist das klar die beste Variante. Ich möchte aber was sehen und habe Zeit mit im Gepäck und die braucht man auch.

Am Ende des Beitrags findet ihr alle Links zur Buchung der Züge und der offiziellen Webseiten für weitere Informationen.

 

Welchen Shosholoza Meyl Zug nehme ich

Tourist Class des Shosholoza Meyl Train

Tourist Class des Shosholoza Meyl Train

Die Reise von Kapstadt nach Johannesburg (oder anderes herum) kann in unterschiedlichen Preissegmenten gemacht werden. Egal ob im Luxuszug, den Blue Train oder im normalen Zug die Strecke, die Aussichten und die Fahrzeiten sind die Gleichen. Selbstverständlich wird sich eure Reise auch nach der Reisekasse richten. Ich wäre gerne mit dem Blue Train gefahren, aber dazu muss ich erst mal im Lotto gewinnen. Ich wollte Erste Klasse (Premier Class) fahren, aber das hat leider zeitlich nicht in meinen Reiseplan gepasst und somit bin ich mit dem normalen Zweite Klasse (Tourist Class) im Schlafwagen gereist.

Folgende Züge gibt es:

  • Der Blue Train ist der Luxuszug und fährt 4 bis 8 mal im Monat, Fahrzeit 27 Stunden, Kosten ab ca. 1200,00 €
  • Die Premier Class fährt einmal in der Woche, Fahrzeit 25 Stunden, Kosten ca. 180,00 €
  • Die Tourist Class fährt viermal die Woche, Fahrzeit 26 Stunden, Kosten ca. 40,00 €

(Bei der Buchung kommt nochmal eine Gebühr von ca. 10% dazu)

Die Fahrzeiten sind bei allen drei Varianten so gut wie identisch, jedoch sollte man immer rechnen, dass es zu stundenlanger Verspätung kommen kann. Daher nie einen Anschlussflug für den Ankunftstag buchen, denn das kann in die Hose gehen.

Wie buche ich mein Zugticket

Zugtickets für die Tourist Class können frühestens 90 Tage und bis zu 3 Tagen vor der Zugfahrt reserviert und gebucht werden. Ein Ticket kann auch bei einem Schalter Shosholoza Meyl reserviert und gekauft werden. Ich gehe davon aus, dass die Meisten von euch es allerdings online über das Internet das Ticket buchen würden. So habe ich es auch gemacht, bequem von zu Hause aus.

Zuerst habe ich das Ticket reserviert auf der Webseite southafricanrailways.co.za einfach das Formular unter „Book now“ mit allen Daten ausfüllen und absenden. Ich hatte damals die Bezahlvariante „Pay Pal“ ausgewählt, allerdings wurde später Pay Pal nicht angeboten. Danach hatte ich einen netten Emailverkehr mit einer Mitarbeiterin der Shosholoza Meyl. Dabei sendete sie mir einen Bezahl-Link (https verschlüsselt) für die Zahlung mit Kreditkarte zu. Ich habe dann über diesen Link bezahlt und alles hat super funktioniert. Daher könnt ihr auch gleich auf der Webseite dieses Zahlungsmittel wählen. Als eine Art Referenznummer sollte ich ihr meine Handynummer mitteilen. Ich habe ihr darauf hin meine deutsche Nummer geschrieben und später einfach per Email meine Südafrikanische nachgemeldet. Am Bahnhof in Kapstadt hat dann keiner mehr danach gefragt, aber ich hatte die Bestätigung auch ausgedruckt dabei. Alles in einem war es nicht sehr schwer und am Bahnhof in Kapstadt hat auch alles reibungslos funktioniert. Ich kann die Internetbuchung nur empfehlen.

Was benötige ich auf der Zugfahrt

Diese Frage muss sich jeder individuell stellen, aber ich kann euch erzählen was es im Zug gibt. Selber habe ich mir gerade eine 1,5 Liter Wasserflasche gekauft und mit geschleppt, denn im Zug wird folgendes angeboten:

  • Bettwäsche (kosten extra 60 ZAR)
  • Dusche (habe ich nicht benutzt)
  • Restaurantwagon
    • Frühstück
    • Mittagessen
    • Abendessen
    • Getränke
Sitzplatz zum Bett umgebaut mit frischer Bettwäsche

Sitzplatz zum Bett umgebaut mit frischer Bettwäsche

Da ich keinen Schlafsack mit hatte habe ich mir die Bettwäsche samt Bettdecke und Kissen gegönnt und würde dies immer wieder machen. Die Bettwäsche kannst du im Zug ordern, Es kommt ein Mitarbeiter vorbei und fragt wer im Abteil Bettwäsche haben möchte. Nachdem er dir dann irgendwann dein Bett gemacht hat, kommt er wieder vorbei und kassiert dafür ab. Alles sehr relaxt.

Essen hatte ich nicht mitgenommen, da ich im Restaurantwagon essen wollte. Bei 25 Stunden Fahrt wollte ich mich nicht nur mit Snacks ernähren und so teuer ist das Essen nicht. Essen zelebrieren die Südafrikaner förmlich, aber nicht im Zug! Das Essen ist OK aber erwarte keinen großen Küchenzauber! Das Essen kannst du dir auch ins Abteil bringen lassen, aber das kann ich nicht empfehlen. Es ist lieblos eingepackt, eine kleine Portion und dazu noch fast kalt. Besser ist es, wenn du direkt im Restaurantwagon essen gehst.

Getränke kannst du zum Essen bestellen, oder auch so einfach im Restaurantwagon kaufen. Diese sind kalt aus dem Kühlschrank. Allerdings kannst du auch bei dem Mitarbeiter/in im Abteil Getränke bestellen und sie werden dir gebracht und kosten kaum mehr als im Supermarkt.

Sicherheit im Zug und an den Bahnhöfen

Der Bahnhof von Kapstadt – Am Gleis 24 befindet sich der Schalter des Shosholoza Meyl Train

Der Bahnhof von Kapstadt – Am Gleis 24 befindet sich der Schalter des Shosholoza Meyl Train

Kapstadt Bahnhof

Die Sicherheit im Zug und am Bahnhof wird euch bestimmt noch interessieren. Vor der Zugfahrt von Kapstadt nach Johannesburg habe ich mir darüber auch Gedanken gemacht.

In Kapstadt bin ich Sonntagsvormittags an den Bahnhof gefahren und habe den Schalter zum „einchecken“ gesucht. Dieser befindet sich am Gleis 24, dort gehen die Fernzüge ab. Ich habe am Schalter meine Bestätigung vorgelegt und meine Fahrkarte bekommen. Daneben ist dann ein Wartebereich, in den normalerweise keine anderen Leute rein sollten, aber jeder kann dort hingehen. Aus diesem Grund immer auf euer Gepäck achten. In diesem Bereich hängt eine Liste aus mit den Namen der Fahrgäste und dahinter steht dann die Wagen- und Abteilnummer. Erst ca. 30-40 Minuten vor Abfahrt kommt man dann in den Zug rein.

Shosholoza Meyl Zug (Tourist Class)

Im Zug selber ist es meiner Meinung sicher. Da ich alleine gereist bin, war ich in einem Vierer-Schlafabteil und es waren nur dieselben Mitfahrer im Abteil. Durch den Zug laufen während der gesamten Fahrt Sicherheitsmitarbeiter und geben zu mindestens den Eindruck von Sicherheit. Ich fühlte mich niemals unsicher im Zug!

Johannesburg Park Station

Johannesburg Park Station sollte ich Mittags um 12.00 Uhr erreichen. Ich hatte bis jetzt nur Schlechtes über die Park Station gehört und bei mir kam dies als eine Art „no go area“ an. Daher hatte ich im Vorhinein Respekt vor der Park Station.

Johannesburg Park Station

Johannesburg Park Station

Grundsätzlich ist es niemals empfehlenswert nach Einbruch der Dunkelheit in einer afrikanischen Großstadt anzukommen und in Johannesburg erst recht nicht. Leider hatte mein Zug 7 Stunden Verspätung, so dass ich erst nach 19.00 Uhr ankam. Im Zug selber warnten mich schon die Mitreisenden aus den Nachbarabteilen und ich merkte, dass diese mehr Angst um mich hatten als ich selber. Mulmig ging ich aus dem Bereich nur für Reisende raus und dann stand ich im Bahnhof. Links oder Rechts? Ich entschied mich für Links, da ich dachte der Hauptausgang sei dort, wo die Fernbusse abfuhren. Dies war leider genau falsch, was ich aber nicht wusste! Als ich an diesem Bereich vorbei zum Ausgang „Rissik Street“ lief merkte ich schon, dass mich drei Gestalten abgecheckt und verfolgt hatten. Mir kam ein Polizist entgegen und ich sah nur einen Ausweg und sprach ihn an. Ich fragte ihn, ob er mich für eine kurze Zeit nach draußen begleiten würde bis ich mir ein Uber Taxi bestellt und dieser mich abgeholt habe. Der Polizist kam sofort mit, aber konnte es nicht verstehen, wieso ich um diese Uhrzeit an diesem Ort sei. Definitiv meinte er ich sollte nicht hier sein. Ich orderte mein Chauffeur und er wartet auch solange bis ich sicher im Auto saß. Mir ist nichts passiert, dank ihm.

Im Nachhinein glaube ich, dass er mit dem falschen Ort die „Rissik Street“ meinte, da der Haupteingang an der „Wolmarans Street“ liegt. Aber auch hier sollte man sehr vorsichtig sein ab Einbruch der Dunkelheit. Ich war zweimal Tagsüber an dem Ausgang der „Wolmarans Street“ dort und wäre ich um 12.00 Uhr Mittags angekommen, so wäre das in Ordnung gewesen. Aufpassen muss man dann aber auch.

Die Zugfahrt – Ein wundervolle Fahrt durch Südafrika

Wundervolle Aussichten begleiten mich über Stunden

Wundervolle Aussichten begleiten mich über Stunden

Die Zugfahrt muss ja spitzenklasse sein, wenn es Menschen gibt die für eine 27 stündige Fahrt über 1200 Euro ausgeben. Leider hab ich nicht das Geld dafür, aber ich reise gerne für den schmalen Geldbeutel und die „Tourist Class“ empfand ich als sehr angenehm.

Pünktlich zieht der Zug langsam an und windet sich aus Kapstadt heraus. Links und rechts ziehen Townships an mir vorbei. Es geht Richtung Osten und nach knapp zwei Stunde ändert sich ab Paarl die Richtung – nach Norden, sondern auch die Landschaft. Eine weitere Stunde später geht es zwischen der „Winterhoek Mountain Catchment Area“ und dem „Voëlvlei Nature Reserve“ an der R46 durch die Berge (die U-Kurve auf der Karte). Ab hier beginnt der traumhafte Abschnitt der ganzen Zugfahrt, denn ein Natur Reservat folgt dem anderen neben der Strecke. Ich sitze die nächsten sechseinhalb Stunden und komme aus dem Staunen nicht heraus. Es ist egal, ob ich links oder rechts aus dem Fenster sehe, ich bin hin und weg! Der Sonnenuntergang gibt mir dann den Rest – Es ist der Wahnsinn. Nachdem die Dunkelheit den Vorhang am Fenster fallen gelassen hat lege ich mich in mein frisch gemachtes Bett. Ich lese noch eine gewisse Zeit und freue mich auf den nächsten Tag.

Am Morgen hat sich die Landschaft wieder komplett geändert. Die Natur Reservate liegen hinter uns und wir erreichen jetzt die Minenlandschaften von Südafrika. Hier hinterlässt diese Branche tiefe Kerben in der Landschaft. Große Firmen wie zum Beispiel De Beers bauen hier Diamanten ab. Mir kommt es manchmal vor, dass die Landschaft heulen würde. Ich finde es dennoch interessant, wie sich die Landschaft seit gestern geändert hat. Da wir durch einen Unfall auf der Strecke, der Zug hat ein Pferd überfahren irgendwo im nirgendwo und durch einen Notarzteinsatz soviel Verspätung hatten, erreichten wir Johannesburg bei Einbruch der Dunkelheit.

Die 32,5 Stunden im Zug waren nie langweilig, die Landschaft hat mich verzaubert und der Kontakt zu meinen südafrikanischen Mitreisenden war sehr interessant. Wenn du mich fragen würdest „Jens würdest du nochmals mit dem Zug fahren?“ , ich würde sofort „JA“ sagen. Wenn auch die Ankunft bei Dunkelheit in Johannesburg wirklich nicht gut und angenehm war, würde ich jedem diese Reise empfehlen. Übrigens, wer in Johannesburg mittags startet, der erreicht nachmittags Kapstadt und hat nach dem Frühstück die schönsten Aussichten und ein relaxteres Ankommen am Ziel.

 

 

Weitere Infos und Links zu den Zügen:

Weitere Infos und Links zu einer Reise nach Südafrika:

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Jens

Mein Slogan lautet „Reisen macht süchtig“. In Südafrika infizierte ich mich vor über 10 Jahren mit dem Reise-Virus und seit dem ist das Reisen meine Leidenschaft. Ich bereist gerne unbekannte Länder und schreibe über meine einzigartigen Abenteuer hier im Blog und möchte dich inspirieren selber auf Reise zu gehen.
Ich würde mich freuen, wenn du uns auch bei Face, Twitter & Co. verfolgen würdest.

5 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Hallo Jens,

    deine Fotos sind echt klasse geworden. Wir haben es irgendwie verpasst so wirklich viel zu fotografieren.
    Wie du bei uns im Blog ja schon gelesen hast, fanden wir die Zugfahrt auch richtig toll. Vom gemütlichen Abteil, bis zur Verpflegung.
    Eine tolle Erfahrung.
    Und jetzt schaue ich mich bei dir mal noch ein wenig um. 🙂
    LG Janine

    • Hallo Janine,

      vielen Dank für deine liebe Zeilen und die Zugfahrt ist wirklich empfehlenswert, aber das habt ihr ja auch in eurem Beitrag geschrieben.

      Viele Grüße
      Jens

  • Hallo Jens,

    ein toller Beitrag, total spannend zu lesen! Aber die Ankunft in Johannesburg klingt schon extrem gruselig…. das Ausmaß der Kriminalität ist für mich schwer vorzustellen.

    Viele Grüße,
    Heike (die bestimmt noch öfters hier auf deinem Blog reinschauen wird :-))

    • Hallo Heike,

      es freut mich immer wieder postives Feedback zu bekommen und finde es super, dass der Beitrag dir gefällt. Ja die Ankunft in Johannesburg ist etwas gruselig, aber daher würde ich jedem empfehlen die Fahrt von Johannesburg nach Kapstadt zu machen. Die Fahrt war wirklich super und tolle Landschaften gab es zu bestaunen..

      Vielen Grüße
      Jens

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