Wer möchte nicht als Engel mal die Teufelstour wandern? Was für eine Frage! Jedes Jahr treffen sich einige Wanderblogger in Rheinland-Pfalz zum Wandern. Die Ehre gebührt mir, da ich als Reiseblogger super in der eingeschworenen Truppe aufgenommen wurde. Rheinland-Pfalz Tourismus organisiert den wanderwütigen Haufen und auf die Nacht davor zum Trekking ein, damit alle zusammen am nächsten Morgen die Tageswanderung der Teufelstour starten.
Trekking im Pfälzer Wald
Trekking was verbirgt sich denn eigentlich hinter diesem Wort? Ich dachte, dass das die englische Variante für eine etwas längere Wanderung wäre, aber als ich dann „Trekking“ mal bei Wikipedia anschaute, da staunte ich nicht schlecht!
Trekking (von englisch trek ‚anstrengender Marsch‘) ist eine verbreitete Bezeichnung für mehrtägige Wanderungen unter Verzicht auf feste Unterkünfte und mit Zelt, teilweise abseits von Infrastruktur wie Straßen oder Wegen. (Quelle: Wikipedia)
Es geht stark auf Ende September zu und die Nächte werden kalt und als ich mein Zelt in den Rucksack einpacke, denke ich doch noch mal drüber nach und zum Schlafsack kommt die lange Unterhose noch mit.
Eigentlich dachte ich, dass man in öffentlichen Wäldern nicht campen darf, aber in Rheinland-Pfalz gibt es seit einigen Jahren ausgewählte Schlafplätze zum Übernachten. Insgesamt gibt es 13 Plätze, die etwas abseits der Wanderwege liegen und von den Förstern betreut werden. Eine tolle Sache ist das und selbst für eine Toilette ist gesorgt. Wo die 13 Plätze sind und alle weiteren Informationen dazu findest du unter http://www.trekking-pfalz.de oder eine Liste der Trekkingplätze in Deutschland findest du hier.
Das Camp entsteht
Der braune Waldboden verändert sich, da nach und nach die bunten Zelte wie Pilze aus dem Boden wachsen. Jeder ist bedacht sein kleines Heim aufzubauen, damit es jeder abends schön gemütlich hat. Die Thermarest Matten werden aufgepustet und die Schlafsäcke ausgerollt. Die einen sind geübter und beobachten die Anstrengungen der „Erstzelter“ genüsslich. Der Haufen an Bloggern kennt und hilft sich, sodass eine bunte Zeltstadt vor Einbruch der Dunkelheit steht.
Als Sundowner ein Schnorres Bier und auf der offenen Flamme wird grillt
Grillen auf offener Flamme wollte uns der ansässige Förster zeigen, aber Aufgrund der Sturmwarnung vor 48 Stunden, hat er dies an eine Hütte des Wandervereins gelegt. Die Hütte liegt nur ein paar hundert Meter vom Zeltplatz entfernt.
Es wird schon frisch, aber die Aussicht ist fantastisch. Ein paar Flaschen Bier mit einem Schnauzbart stehen auf dem Tisch, dazu ein junger Mann im T-Shirt. Bei dem Anblick fröstelt es mich ein wenig, aber er ist Feuer und Flamme und erzählt uns was über sein „Schnorres“. Er sei der „Braumeister“, aber im richtigen Leben Lehrer. Aus einer Idee etwas Bier zu brauen entstand eine kleine Firma, die jetzt in Handarbeit ein paar Craftbeers herstellen. Er stellt uns drei Biere vor, die wirklich gut schmecken. Da sie nur ein begrenztes Lager haben, können ihre Biere nur inder Region oder in einigen ausgesuchten Bierläden, die auf der Webseite aufgeführt sind.
Auf der offenen Flamme bruzelt es
In der Feuerstelle liegen große Alupäckchen und ein großer Gusseiserner Topf steht auch noch in der Glut. Hier wird gekocht, aber ohne Küche! An einer kleineren Kohlestelle stehen zwei Holzbretter mit Lachs und diese zwei Lachsstücke werden langsam gegart und der Rauch des Holzes gibt einen einzigartigen Geschmack dazu. Übrigens gibt es dann noch kleine Appetizer in Form von Champions, Lauchzwiebeln und Fetakäse im Kohlblatt direkt von der Gluht.
Zum Hauptgericht gab es dann Wildschwein, Hirsch und Reh aus der Pfalz und alles wurde auf der Glut zubereitet. Sehr lecker war es und der Abend neigt sich zum Ende.
Kurz vor Mitternacht erreichen wir unser Camp im Wald und das Lagerfeuer wird schnell angemacht. Nach und nach verschwinden immer mehr in ihren Zelten, die jedoch noch den Gitarrenklängen lauschen bevor sie ins Land der Träume fallen.
Die Nacht bei 3° Grad – Überlebt
Morgens erwache ich, jedoch nicht aus dem Land der Träume. Ich friere nicht, aber richtig warm ist mir auch nicht. Nach einer Weile stehe ich auf, es wird Zeit mein Lager abzubrechen und alles in den Rucksack zu packen. Eine halbe Stunde später ist das Zeltlager schon zur Hälfte geschrumpft und die mit dem Abbau fertig sind treffen sich am Lagerfeuer. Dort wird Wasser heiß gemacht, dass sich dann auf wundersame Weise in Kaffee verwandelt. Der warme Kaffee lässt die kalte Nacht von ca. 3° Grad vergessen und jetzt geht es gleich zum Teufel – wenn es dann nicht warm wird….
Die Teufelstour
Die Teufelstour ist ein Premiumwanderweg und der 1. FC Kaiserslautern unterstützt diesen Weg mit seinem Logo – Dem Teufel. Der Name des Weges kommt aber vielmehr von dem „Teufelstein“, der auf der Tour liegt.
Start- und Endpunkt der Teufelstour
Die Teufelstour ist kein Rundwanderweg, aber zum Glück liegen die Start- und Endpunkte an einem Bahnhof. Somit kommt man auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht hin. Die Bahnhöfe „Olsbrücken“ und „Untersulzbach“ sind die Start- und Endpunkte der Teufelstour. Die Strecke findest du im Fahrplan von „Kaiserslautern nach Lauterecken“ (www.der-takt.de) und der Zug fährt im Stundentakt.
Wandern auf Premiumwanderweg – Die Teufelstour
Die Teufelstour ist 15 Kilometer lang und somit eine perfekte Tageswanderung. In den Rucksack gehört eine große Flasche Wasser, denn auf der Wanderung gibt es immer wieder mal ein paar schöne Anstiege, die einem kurz den Schweiß auf die Stirn treibt.
Der gesamte Wanderweg ist schön zu laufen, die Landschaften ändern sich immer wieder, aber einst hat hier der Teufel sein Unwesen getrieben. 300 Millionen Jahre Erdgeschichte liegen unter der Sohle und das Gestein ändert sich von Kilometer zu Kilometer! Von Lavastein über Gelben und Roten Sandstein geht es immer mal wieder durch Steinbrüche, die deutsche Geschichte geschrieben haben. Aus diesen Steinbrüchen wurden die großen roten Sandsteinblöcke für den Deutschen Reichstag in Berlin geschlagen. Ab und an, wird hier noch einmal der Steinbruch kurz aktiviert, wenn ein Stück in einem der vielen alten Gebäude ein neues Stück benötigt wird.
Der Weg führt oft über kleine Pfade durch den Wald und Wiesen, dabei gibt es immer wieder wundervolle Aussichten über das Pfälzer Land und bei guter Fernsicht können sogar die Ausläufer der Vogesen gesehen werden. Ab und an läuft der Weg an kleinen Bachläufen entlang. Wie schon einmal gesagt, gibt es ein paar Anstiege, allerdings geht es danach wieder locker weiter, sodass man gut verschnaufen kann. Ich fand den Weg anspruchsvoll und schön zulaufen. Dadurch dass es kaum breite Wanderwege waren, kommt ein wunderbares Naturgefühl auf und somit vergisst man etwas die Zeit. Die Abwechslung macht den Wanderweg aus, denn 15 Kilometer können kurzweilig sein, wenn sich das Auge nie satt sehen kann.
Mein Fazit zur Teufelstour
Steine folgen auf Wiesen, atemberaubende Fernsichten auf dichten Wäldern und zusammen ergibt es eine Komposition der Gelassenheit, die ab und an durch kleine sportliche Anstiege unterbrochen wird. Für mich ein perfekter Wanderweg.
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Das Beereweinmuseum in Eulenbis
Das Dorf Eulenbis liegt auf der Teufeltour und hat eine alte Tradition, die nichts mit Beeren zu tun hat. Denn Beerewein bedeutet auf hochdeutsch „Birnenwein“ und heute noch wird das edle Stöffchen hergestellt und die Birnen kommen von den Bäumen der Umgebung. Im Beereweinmuseum kann man sich bei einer Führung die Geschichte des Beereweins erzählen lassen und alte Geräte und Gegenstände bewundern.
Mit NETT WEIN den Abend abschließen
Den Teufel auf der Tour besiegt und abends mit einem NETT(en) Wein abgeschlossen. Nach einer Nacht im Wald, dem Kampf mit dem Teufel, freute ich mich auf eine warme Dusche im Hotel. Mit frischen Sachen ging es dann in den Gewölbekeller des Otterberger Hof und genossen dann eine kleine Weinprobe des Weingut Bergdolt-Reif & Nett, der der Generation Pfalz angehört. Besonders sein Rotwein „1838“ hat es mir angetan, der super war.
Ein wundervoller Tag geht zu Ende
Nach der Weinprobe essen wir alle noch was zusammen, die Meisten sind müde von der Nacht und der Wanderung. Beim Abendessen ist die Stimmung gut und bei Unterhaltungen zu Wanderungen und Reisen verfliegt die Zeit. Als ich gegen halb Zwölf auf die Uhr sehe, wird es auch für mich Zeit das Bett aufzusuchen.
Die letzten eineinhalb Tage waren anstrengend, aber auch erholsam. Für mich ist das die perfekte Erholung vom Alltag, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen und gleichzeitig den Körper zu fordern. Ich bin gespannt, ob es nächstes Jahr wieder ein Bloggerwandern gibt.
Bilder von der Teufelstour
Weitere Infos und Links zur Teufelstour
- Information zum Wandern in Rheinland-Pfalz
- Tourenplaner Rheinland Pfalz
- Trekking Pfalz
- Biwak- und Trekkingplätze: Deutschland Karte und was zu beachten ist!
- Weingut Bergdolt-Reif & Nett
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Disclaimer: Meine Reise wurde unterstützt durch die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH
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Huhu :-) einen schönen Bericht hast du geschrieben! Wir könnten glaub alle direkt nochmal los, es war einfach toll.
Nun, da unser Bericht auch online ist, dürfen wir uns eure Berichte auch anschauen und das ist prima :-D
Schön, dich kennengelernt zu haben!
Liebe Grüße aus dem Hunsrück
Anita und Claudia
Hallo Anita und Claudia,
ja das war ein toller Ausflug in die Pfalz und euer Bericht ist klasse geworden. Mal sehen, wo es nächstes Jahr so hingeht….
Hallo Elisa, toller Bericht über die Teufelstour.
Hallo Mario,
vielen Dank für dein Feedback, es freut uns, dass dir der Artikel gefallen hat.
Wenn ich das so lese und zurück denke, könnte ich direkt meinen Rucksack wieder packen und losziehen. Du lässt Erinnerungen wieder wach werden.
Hallo Hubert,
das freut mich, dass dir der Bericht gefällt. Ja es eine neue geile Tour!
Hey schöner Artikel. Schweren Herzens lese ich, was ich alles verpasst habe aber es war auch so ein tolles Wochenende mit netten Leuten.
Liebe Grüße Anja
Hallo Anja,
ja das war wirklich schade, dass dich dein Zahl außer Gefecht gesetzt hat. Jedoch hast du die Trekking-Erfahrung mit gemacht und die Weinprobe war ja auch lecker!
Hach ja, das war ein tolles Wochenende. Beim Lesen deines Beitrag muss ich immer wieder lächeln. Schön wars!
Hallo Jutta, das war wirklich ein cooles Wochenende, eine coole Gruppe und mit dem Trekking eine neue Erfahrung.