Argentinien Langzeitreisen Nord- & Südamerika

Die Millionenstadt Buenos Aires

Die Avendia 9 de Julio bei Nacht vom Eurobuilding - was ein Aufwand für 1 Foto!
Die Avendia 9 de Julio bei Nacht vom Eurobuilding - was ein Aufwand für 1 Foto!

Nachdem wir jetzt schon zweimal am Flughafen von Buenos Aires umsteigen mussten, waren wir schon ganz aufgeregt, dass wir beim 3. Mal die Stadt mal nicht nur von oben sehen werden. Nach den Iguazú Wasserfällen und der vielen Natur in den letzten Wochen sind das erste Mal seit Santiago wieder in einer Großstadt.

Der erste Eindruck von Buenos Aires

Wenn du Glück hast, und auf dem Flughafen landest, der mitten in der Stadt am Wasser liegt, siehst du gefühlt den gesamten Sinkflug nichts anderes als Häuser bis zum Horizont. Die Ausmaße der Stadt werden mir zu diesem Zeitpunkt erst richtig bewusst. Mit 13 Millionen Einwohnern im direkten Einzugsgebiet ist Buenos Aires die zweitgrößte Stadt Südamerikas!

Auf dem Weg durch den Häuserdschungel, wo wir uns zwischen hupenden Taxen über die Zebrastreifen schlängeln, den Service von Geldwechslern wiederholt dankend ablehnen und an stinkenden Baustellen vorbeilaufen, fühlen wir uns ziemlich verloren. Und ich hab im letzten Artikel von Kontrast gesprochen….Selbst bei der Wahl des Lokals fürs Abendessen sind wir von der Anzahl an Möglichkeiten regelrecht erschlagen und entscheiden lediglich am Kriterium „Nähe zum Hotel“.

Sehenswertes in Buenos Aires

Nach dem ersten Schock, der dringend benötigten Mütze Schlaf und 30 Minuten Tripadvisor beim Frühstück haben wir einen Plan. Normalerweise meidet Familie Martin so viele Attraktionen wie möglich, die „Touristen“ schreien. Aufgrund von Regen und erschwerten Bedingungen bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für Touristen entscheiden wir uns tatsächlich für den bekannten Hop-on Hop-off-Bus, auch wenn der nicht ganz billig ist (830 AP – ca. 40 €). Wir haben uns schon im Vorhinein 3 Stops rausgesucht, wo wir aussteigen wollten.

(Ergänzung: Als Tourist ist es übrigens unkomplizierter die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, als von den Einheimischen ursprünglich dargestellt . Ich selbst habe es einfach nicht mehr gebraucht, habe das Prinzip aber erklärt bekommen. Mit einer speziellen Guthabenkarte, die du zuvor in einem Mini-Market oder Supermarkt gekauft und aufgeladen hast, kannst du dann in Bus oder Bahn bezahlen und diese ganz normal benutzen.)

La Boca

Die erste Austiegsstation unserer Runde ist das Arbeiter-Viertel „La Boca“, das vor allem für die Häuser, die aus dem Blech alter Schiffe gebaut und mit buntem Schiffslack bemalt wurden, und den Heimatverein des weltbekannten Fußballspielers Diego Maradona bekannt ist. Die hochgelobten farbenfrohen Häuser hauen uns jetzt nicht so aus den Socken. Die Hauptstraße ist voll von teuren Touristenrestaurants, kitschigen Souvenirs und teuren Fotos mit Tango Tänzern. Wir biegen ganz schnell in eine Seitenstraße ab und erfreuen uns an bunten Hinterhöfen, originellen Graffiti Gemälden und kleinen Cafés mit traditionellen Leckereien.

Noch mehr bunte Häuser

Noch mehr bunte Häuser

Ein bisschen was Grünes

Nach den bunten Häuschen und dem Stadttrubel sehnen wir uns nach ein bisschen Grün und hüpfen bei der ersten Gelegenheit an einem der vielen Parkanlagen von Buenos Aires aus dem gelben Bus. Mittelpunkt dieses Parks ist die Floralis Generica: eine riesige Metallblüte, die sich abhängig vom Sonnenstand jeden Tag aufs Neue öffnet und wieder schließt. Wenn das Wetter jetzt noch gut gewesen wäre, hätten wir sicher mehr Zeit hier verbracht und wären noch spazieren gegangen, aber bei Regen können wir uns dann doch was besseres vorstellen. Deshalb ziehen wir recht schnell weiter.

Den Friedhof im Stadtteil Recoleta

Direkt neben den Parkanlagen befindet sich das Viertel „Recoleta“, mit dem bekannten und angeblichen sehenswerten Friedhof. Friedhof-Tourismus war mir bis zu diesem Zeitpunkt sehr befremdlich, aber ich muss im Nachhinein sagen, dass der Besuch zurecht empfohlen wird. Die vielen prunkvollen kleinen und auch größeren Mausoleen, die teilweise gut in Stand gehalten wurden bzw. sogar gerade erst neu erbaut wurden und teilweise sehr verfallen sind, reihen sich in einem großen Gelände aneinander. Viele reiche Familien pflegen weiterhin die Tradition alle Familienmitglieder in einem gemeinsamen Platz und in in dieser Art und Weise zur Ruhe zu legen. Die Grabesstätte der politisch wichtigen Evita Peron  ist hier auch zu finden.

Der Friedhof in Recoleta

Der Friedhof in Recoleta

Puerto Madero

Auf unserer Touri-Bustour sind wir auch durch den alten Hafen gefahren, allerdings ohne auszusteigen. Die Gegend hat uns aber so gut gefallen, dass wir am letzten Tag noch einen Spaziergang durch das Hafengelände machen und die Ruhe als letzten Eindruck auf uns wirken lassen haben. Das alte Hafengelände ist eigentlich gar nicht so alt, tatsächlich ist es sogar das jüngste Viertel der Innenstadt, in dem viele Restaurants und moderne Bürogebäude die klassische Hafenkulisse ergänzen. Ursprünglich war natürlich die Nutzung für den Schiffsverkehr geplant, allerdings wurde der Hafen bei Eröffnung auf Grund mangelnder Größe als unbrauchbar erklärt. Da die zuständige Person der Planung allerdings kein Ingenieur sondern Architekt war, wurde letztlich viel Geld für ein neues, teures Viertel ausgegeben, in dessen Ruhe dem Chaos der Stadt gut entflohen werden kann.

Die bekannte Brücke "Puente de la Mujer" im Stadtteil Puerto Madero

Die bekannte Brücke „Puente de la Mujer“ im Stadtteil Puerto Madero

Avenida 9 de Julio

Unweit von unserem Hotel und als Mittelpunkt des Zentrums ist die breiteste Straße der Welt zu finden – die Avenida 9 de Julio. Das Wahrzeichen der Stadt, der Obelisk, bietet mit den bewachsenen Buchstaben „BA“ ein wunderbares touristisches Fotomotiv, wofür die Besucher auch anstehen. Für die Überquerung der Fahrbahn mit 16 Spuren musst du schonmal mehrere Ampelphasen einplanen.

Ein sehr interessantes, hohes Gebäude auf dieser Straße, ist für die zweifache Abbildung der Evita Peron bekannt. Auf der einen Seite schaut sie wohlwollend in Richtung der Arbeiterviertel, für die sie sich ihr Leben lang intensiv eingesetzt hat und als erste Frau in der Politik Großes bewegt hat. Die andere Seite zeigt die böse Evita, die in Richtung der wohlhabenden Viertel der Stadt brüllt und Gerechtigkeit fordert.

Plaza de Mayo

Der politisch wichtigste Platz in Buenos Aires ist der Plaza de Mayo. Hier befinden sich unter anderem der Präsidentenpalast „Casa Rosada“, das Rathaus, das Denkmal der Unabhängigkeitsbewegung von 1810 und die argentinische Nationalbank. Der Platz ist immer wieder Mittelpunkt zahlreicher Demonstrationen und bestimmte Bewegungen haben hier ein Dauercamp aufgeschlagen. Der Platz liegt zentral und ist zu Fuß von der Avenida 9 de Julio schnell zu erreichen.

Casa Rosada - der Amtsitz des Präsidenten auf dem Plaza de Mayo

Casa Rosada – der Amtssitz des Präsidenten auf dem Plaza de Mayo

Das beste Fleisch der Stadt

Schon in Patagonien wurde uns das beste Steak in Buenos Aires empfohlen. Bei „Des Nivel“ im Stadtteil San Telmo wurden wir nicht enttäuscht. Obwohl die Argentinier tendenziell spät zu Abend essen, war es mit Öffnung des Restaurants rappelvoll. Der größte Teil der Gäste waren Einheimische, was bekannter Weise immer viel über das Restaurant aussagt. Direkt hinter der Eingangstür steht der riesengroße Grill, wo Grillmeister-Opi über offenem Feuer das gewünschte Fleisch zur Perfektion brät und zwar ohne moderne Thermometer oder sonstigem schnickschnack Zubehör. Selbst wenn du ohne Eltern, die einen zu gutem Essen einladen, in Buenos Aires unterwegs bist, kann ich dir versichern, dass der stattliche Preis hier diesen absolut wert ist. Also unbedingt dort essen gehen!!

Und dann war Elisa auf einmal alleine

Die letzten 2 Tage sind nur so vorbeigeflogen und auf einmal winke ich dem Flughafentaxi meiner Eltern hinterher. Die letzten Wochen waren so getaktet und voll gestopft, dass ich die Tage danach erst mal in den Erholungsmodus gefallen bin. Dies beinhaltet den halben Tag in der Hängematte auf dem Hosteldach zu verbringen, endlich wieder selbst zu kochen und mir einzugestehen, dass die Zeiten der Hotels und des Guten Essens erstmal vorbei sein werden. An Sightseeing war ich auch abgefüllt, allerdings hatte ich noch 2 Aktivitäten auf meiner Liste, die ich unbedingt noch in dieser Stadt unternehmen wollte.

Zum Einen habe es mir zur Aufgabe gemacht, ein Hochhaus an der Avenida 9 de Julio zu finden, das mich auf die Dachterrasse lässt, um mein ersehntes Langzeitbelichtungsfoto von der breitesten Straße der Welt zu machen. Ich habe tatsächlich 2 Abende gebraucht, um fündig zu werden – danke an dieser Stelle an „Eurobuildings“. Die Aussicht auf den Obelisk und die Lichter der fahrenden Autos auf so einer Straße sind aus der Vogelperspektive ein Traum für jeden Fotografen!

Die reklamierende Evita fordert Gerechtigkeit in Richtung der wohlhabenden Viertel

Die reklamierende Evita fordert Gerechtigkeit in Richtung der wohlhabenden Viertel

Als zweites habe ich mir vorgenommen, die alleinige Weitereise mit einer ersten Reaggeton-Erfahrung in Südamerika einzuläuten! Ich wurde nicht enttäuscht, sondern mehr überrascht, wie absolut absurd die Feier-Gewohnheiten der Argentinier sind. Vor 2 Uhr morgens schlägt keiner im Club auf und diese Hürde musste erst mal überwunden werden. Nach einem kurzen Schläfchen bis Mitternacht, ein wenig Wein und Schokolade, um den Kreislauf nochmal zu beleben, waren ich und meine Zimmergenossin dann auch bereit, das Tanzbein bis 7 Uhr morgens zu schwingen. Wie gesagt, absolut absurd und sehr unterhaltsam!

Hier noch ein paar Fotoimpressionen

Die nächsten 8 Wochen werde ich nun alleine unterwegs sein und mich von einem groben Plan leiten lassen. Das einzige, was feststeht, ist das Datum meines Rückflugs von Santiago. Ich freue mich wahnsinnig darauf, dass ich alle zukünftigen Entscheidungen für mich selbst treffen kann. Mal sehen, wo diese mich hinführen werden. Das nächste Ziel steht dann doch schon fest, da ich einen Flug nach Lima, Peru, gebucht habe. Du kannst dich auf spannende Berichte und atemberaubende Fotos freuen, jetzt geht es erst richtig los  :-D

Let’s Travel

Warst du schon mal in Buenos Aires? Was hat dir am besten gefallen und hast du noch weitere Tipps? Dann freue ich mich über ein Kommentar von dir.

 

 

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Über den Autor

Elisa

Co-Teilzeit-Bloggerin Elisa ist zur Zeit nicht mehr aktiv!
Von März 2017 bis Juni 2017 war ich in Südamerika unterwegs und habe unglaubliche Abenteuer erlebt. Nach und nach werde ich von meinen ganzen Reisestorys berichten. Als blutige Blogger-Anfängerin freue ich mich darauf, dich auf mein Abenteuer mitzunehmen. Ich hoffe, meine Berichte wecken dein Fernweh und den dringenden Wunsch, sofort deinen Rucksack zu packen und loszuziehen. Ich würde mich freuen, wenn du uns auch auf Facebook, Instagram & Co. folgst. Viel Spaß beim Lesen!

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